Menschen-Bild, Vorgehens-Prinzipien und Themen-Felder für Entwicklungs-Begleitung

  1. Sie erfahren auf dieser Seite im ersten Teil einiges über meine derzeitige Einstellung zur Entwicklungs-Begleitung als Psychotherapie, Coaching, Beratung oder Mediation.
  2. Im zweiten Teil stelle ich Ihnen illustrierte Download-Texte zu allgemeinen Vorgehens-Prinzipien und Konzepten der Entwicklungs-Begleitung vor.
  3. Im dritten Teil biete ich Ihnen illustrierte Download-Texte zu Bedürfnissen und Gefühlen an, die im Fokus meiner Begleit-Arbeit stehen.
  4. Im vierten Teil folgen illustrierte Download-Texte zur Begleitung bei Entwicklungs-Störungen.
  5. Im fünften Teil beschreibe ich unter dem Titel Wege ins Sein die Entscheidungs-Hintergründe für Entwicklungs-Begleitung in sechs Download-Gedicht-Bänden.
  6. Im sechsten Teil stelle ich Ihnen vor, was ich unter Psychosozialbildung und Poesie-Therapie verstehe.

1. Meine derzeitige Einstellung zur Entwicklungs-Begleitung

Unter dieser Überschrift erfahren Sie etwas über

  • meine Ethik der humanistischen Psychologie,
  • Menschen als System- und Prozess-Wesen,
  • Wahl- und Entscheidungs-Freiheit in Grenzen,
  • Menschen als Leib-Seele- und Beziehungs-Wesen,
  • Entfaltung von Entwicklungs-Potenzialen,
  • Bedürfnisse wecken und klären,
  • stimmige Selbst-Verwirklichung als Bedürfnis,
  • konstruktiven Umgang mit Krisen, u. a. als Krisen-Prävention

Meine Ethik der humanistischen Psychologie

Meine Vorgehens-Weisen zur Begleitung von Entwicklung suchenden Menschen basieren auf Werten der humanistischen PsychologieDas heißt, ich gehe von einer Ethik und einem Menschen-Bild aus, demzufolge unverfälschte, grundlegenden Bedürfnisse der Menschen die sind nach

  • Bindung und Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen, die als Entwicklungs-Gemeinschaft wohlwollend die individuelle Selbst-Verwirklichung unterstützen, in der man als einzelne Person gern Mitverantwortung übernimmt und in der Beziehungs-Bedürfnisse nach Verlässlichkeit und Solidarität befriedigt werden,
  • Orientierung und Kontrolle als Erleben von Autonomie und selbstwirksamer, kreativer Mitgestaltung der Bedingungen für ein gutes Leben aller Menschen, die eigene Person eingeschlossen,
  • Lust-Gewinn als Erleben von Freude, Lebendigkeit, Spontaneität und Flow sowie Unlust-Vermeidung als Abwesenheit von Schmerz, Kummer, Sorgen, Angst, Elend. Leid, Schuld und Scham,
  • Selbst-Wert-Erhöhung als Erleben von Beachtung, Anerkennung und Wichtigkeit sowie Selbst-Wert-Schutz als Erleben von gegenseitigem Respekt und Sicherheit der eigenen Grenzen

Dabei geht es jedoch nicht um die Befriedigung der Grund-Bedürfnisse jeweils für sich genommen, sondern um deren Harmonisierung im Prozess der individuellen und gemeinsamen Bedürfnis-Befriedigung, also um Stimmigkeit oder Konsistenz.

 

Mein Menschen-Bild ist dadurch gekennzeichnet, dass ich den Menschen nicht von Natur aus für schlecht oder böse halte. Er trägt nicht die Sünde und das Übel in sich, muss nicht diszipliniert und gezüchtigt werden, sondern ist von Natur aus sozial und gut. Nur destruktive Beziehungs-Erfahrungen als

  • zu viel Nähe, eine die Selbst-Verwirklichung in innerer und äußerer Wahl-Freiheit erstickende, das Bedürfnis nach autonomer Selbst-Entfaltung missachtende soziale Enge und Kontrolle,
  • zu wenig Nähe als Mangel an bedingungsloser, freundlicher, feinfühliger Zuwendung, Anerkennung, Bestätigung und die Person als solche meinender Liebe und/oder
  • falsche, den Selbst-Wert und die Integrität des Menschen verletzende und zerstörende, destruktive Nähe 
  • verbunden mit unnötig einschränkenden, feindseligen, gewalttätigen, armseligen, entwürdigenden und ängstigenden, wirtschaftlichen, politischen. sozialen und kulturellen Rahmen-Bedingungen

lassen Menschen egozentrisch, einfühlungsarm, machtbesessen, herrschsüchtig, gemein, feindselig, dominant, skrupellos, gewissenlos und dissozial werden.

 

Jeder Mensch ist ein Unikat, ein bio-psycho-öko-kulto-soziales Sonderwesen

  • mit einer einmaligen genetischen und epigenetischen Ausstattung,
  • mit einzigartigen Körper-Merkmalen und
  • mit besonderen geistigen, emotionalen, sozialen und geschichtlich-kulturellen Lebens-Erfahrungen.

Jeder Mensch ist zugleich in vielen Bereichen mit anderen Menschen ähnlich wegen

  • seiner Herkunft aus einer politisch und geografisch gemeinschaftlich erfahrenen Region,
  • seiner mit vielen anderen Menschen gemeinsamen Kultur als Sprache, Religion, Philosophie und Geschichte,
  • seines in den Kern-Bereichen universell gültigen Bedürfnis- und Gefühls-Erlebens und
  • seiner vergleichbaren Erziehungs- und Beziehungs-Erfahrungen. 

Menschen können sich ändern, wenn ihnen alternative Erfahrungs-Möglichkeiten in Beziehungen angeboten werden und sie diese aktiv für ihre Entwicklung nutzen.
Vor dem Hintergrund einer tragfähigen, abgegrenzten und zugleich achtsam, freundschaftlich, wohlmeinenden und liebevoll zugewandten Beziehung entfalten erst experimentell-methodische Erkundungs- und Entwicklungs-Angebote ihre entwicklungsfördernde Wirksamkeit.
 

 

Im Hinblick auf Situationen der Entwicklungs-Begleitung bedeutet gute Beziehungs-Qualität für mich:

  • Was ich Entwicklung suchenden Personen vorschlage, sehe ich ausschließlich als Angebot an diese, also nicht als Gebot, Zwang oder Aufforderung zu einem bestimmten Verhalten mit Sanktions-Androhung bei Nicht-Befolgen.
  • Ich ermögliche Ihnen auf Ihren Wunsch hin einen Prozess der Neu- und Nachbeelterung (reparenting), ohne jedoch - soweit es mir bewusst wird - allzu sehr und allzu oft in die alten verletzenden, entmündigenden, hierarchischen und starren Strukturen und Kommunikations-Muster der Herkunfts-Erfahrungen zu geraten, wofür wir zusammen - aber ich besonders - achtsam zu sorgen haben.
  • Kritik an meinem Vorgehen und meiner Person durch Sie als Entwicklung suchende Person ist legitim, sogar erwünscht und berührt zunehmend seltener meinen Selbst-Wert in seinen Grundfesten. Sollten Sie dennoch meinen Selbst-Wert schmerzhaft ankratzen, so ist das für mich ein dringender Anlass für Supervision, jedoch hoffentlich nie ein Anlass, Ihnen zu grollen und mich innerlich von Ihnen abzuwenden. 

Sollten Sie als Unterstützung und Entwicklung suchende Person ein grundlegend unterschiedliches Werte-System vertreten, haben wir ein - hoffentlich konstruktiv zu lösendes - Problem miteinander.

Menschen als System- und Prozess-Wesen

Mein Begleit-Vorgehen ist geprägt vom Verständnis des Menschen als System- und Prozess-Wesen, das mit seiner Mitwelt aus Systemen und Prozessen untrennbar verbunden ist.
Zu kompliziert und abstrakt? Dann noch mal anders:
Nahezu jeder weiß, dass unsere Körper einschließlich seines Gehirns mit dem Bewusstsein ein hochkomplexes lebendes System bilden.
Dieses System Mensch ist zusammengesetzt aus an die hundert Billionen miteinander meist kooperierenden Zellen. Allein im Gehirn befinden sich an die 5 Billionen Zellen, die alle durch identische genetische Informationen im Inneren miteinander verbunden sind.
Alle Zellen brauchen permanent Energie durch gesunde Nahrung als Luft, Wasser und Feststoffe aus der Natur. Der Mensch als bio-psycho-öko-kulto-soziale Einheit braucht einen Entwicklung fördernden sinnlichen, emotionalen und geistigen Austausch mit anderen Menschen im Rahmen einer geschichtlich gewachsenen Politik, Wirtschaft und Kultur.

Das lebende System Mensch ist grundsätzlich fähig zur Selbst-Regulation, zumeist auch zur Selbst-Bestimmung und damit leider auch zur Selbst-Schädigung bis hin zur Selbst-Zerstörung.

Viele Prozesse im System Mensch selbst und des Austausches mit den Systemen der Mitwelt zum Zwecke der Selbst- und Sozial-Regulation laufen - und das ist in vielen Fällen funktional angemessen - unbewusst, implizit ab.
Sollen Prozesse verändert werden, sind sie bewusst, also dem expliziten Bewusstsein zugänglich zu machen. Um zu Bewusstsein zu gelangen, brauchen Menschen die Fähigkeit zur Bewusstheit als reflexive Sinnlichkeit verbunden mit kritisch-liebevoller Entwicklungs-Begleitung durch Eltern, Geschwister, Freunde, Liebende, Lehrende, Beratende sowie durch Kunst und Literatur.

Wahl- und Entscheidungs-Freiheit in Grenzen

Jeder Mensch hat im Rahmen seiner durch Sterblichkeit endlichen Existenz eine mehr oder minder große Wahl- und Entscheidungs-Freiheit.
Diese Freiheit wird durch Vererbung, familiäre Herkunft, Gebote und Verbote der jeweiligen Herkunfts- und Aufenthalts-Kultur, durch leibseelische Gesundheit, geografische, klimatische, wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Bedingungen, individuelle Deutungen des Daseins, Gewohnheiten, Tabus, unbewusste Persönlichkeits-Bereiche, Verdrängungen, Abspaltungen (Dissoziationen), körperliche Verspannungen und vieles anderes mehr begrenzt.

Wenn Sie mehr seelische Freiheit als innere Wahl-Freiheit sowie Selbst- und Gesamt-Verantwortlichkeit in Ihrem Leben erreichen wollen, unterstütze ich Sie begleitend darin,

  • diese unterschiedlichen Qualitäten von Begrenzungen innerer und äußerer Freiheit zu erkennen und zu unterscheiden,
  • sich mit den Kränkungen durch die Erfahrung von Begrenzung auseinanderzusetzen,  
  • Selbst-Verantwortung für die veränderbare Begrenzung innerer Entscheidungs- und Handlungs-Freiheit zu übernehmen,
  • eine realistische Gesamt-Verantwortung für die veränderbaren Aspekte äußerer Freiheits-Beschränkungen - am besten kooperativ - zu tragen,
  • generell oder auf längere Sicht nicht veränderbare Tatsachen innerer und äußerer Freiheits-Beschränkungen, z. B. unsere Sterblichkeit wie existenzielle Isolation, als Bestandteile des Hierseins, unserer irdischen Existenz anzunehmen.

Menschen als Leib-Seele- und Beziehungs-Wesen

Wir Menschen sind soziale und beseelte Körper mit der Möglichkeit, sich zu bewegen, wahrzunehmen und zu fühlen, mit einem Bewusstsein zur Wahrnehmung von Bedürfnissen, Willens-Impulsen, Leib-Empfindungen, Gedanken und Gefühlen und zum lernenden Erfassen von vielen Bereichen der Innen- und Mitwelt.
Wir entstanden aus und leben oft in – hoffentlich liebevollen – Beziehungen und streben in unserer Existenz hier auf Erden meist nach Sozial-Kontakt, möglichst als Herzens- oder Seelen-Kontakt, nach Erfüllung, Glück, Sinnlichkeit, Sinn und Liebe.

All diese Aspekte komplexen, ganzheitlichen menschlichen Seins bilden in ihrer Wechselseitigkeit eine letztendlich untrennbare Einheit. 

Wenn wir vom Leben in Liebe und Selbst-Bestimmung und damit von selbstverantwortlicher Einheits-Erfahrung entfremdet sind, kann es sein, dass wir, anstelle nach Liebe zu streben, nach kompensatorischen Gütern, Beziehungs-Ersatz, Eigentum, Prestige, Erfolg, Status, Macht, Unterwerfung und Bewunderung und/oder Unterdrückung und Bewundert-Werden streben.

 

Wir Menschen sind Leib-Seele-Wesen, bilden eine psycho-biologische Erlebens-Einheit aus

  • einem Körper mit seinem Empfindungen,
  • Gefühlen, in deren Hintergrund sich Bedürfnisse und Wertungen ereignen, und
  • Denken in Symbolen, Bildern, Zahlen und Worten.

Jede Methode zur Entwicklungs-Begleitung, die den Anspruch erhebt, wirksam zu sein, muss diese komplexe Seins-Tatsache des Menschen berücksichtigen.
Wirksame Entwicklungs-Begleitung wird immer auch Körper-Psychotherapie sein müssen, weil der beseelte Körper, das Leib-Selbst, die Basis unseres Erlebens von Anbeginn an - in meinem Verständnis von der Zeugung an - bildet.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Forschungs-Ergebnisse zur Neurobiologie und Neuropsychologie kann ich mir keine Entwicklungs-Begleitung - keine Psychotherapie, kein Coaching und keine Lehr-Tätigkeit -, als wirksam und sinnvoll vorstellen, die nicht das Leib-Erleben, die Körper- und Bewegungs-Erfahrungen auf vielfältige Weise in den (mit-) menschlichen Entfaltungs-Prozess einbezieht.

Entfaltung von Entwicklungs-Potenzialen

Potenzial ist, was in uns als Möglichkeit, als individuelle Gabe, als besondere Begabung angelegt ist und deren Entfaltung uns ein Lebens-Gefühl von Gelingen, Wohlgefühl und Erfüllung, Stimmigkeit, Sinn-Fülle, Beseelt-Sein, Gemeint-Sein, Angekommen-Sein und Selbst-Verwirklichung vermittelt.

 

Wie fühlt sich Erfüllung an?
Uns ist es ebenso wenig möglich, diesen Zustand von erfülltem Dasein in Sprache zu fassen, wie wir den Geschmack eines Apfels beschreiben können. Vor- oder neben-sprachlich - in Gedichten, Bildern, Skulpturen, Musik - gelingt das vielleicht eher.

 

Entwicklungs-Potenziale zu entfalten, bedeutet, auszuloten, offenzulegen, experimentell freizusetzen oder herauszuholen, was an Wachstum und Begabungen, Chancen, Talenten, Schicksals-Aufträgen, Möglichkeiten zur Sinn-Entfaltung oder Lebens-Bestimmung in uns steckt.

Aus einer Eichel wird wahrscheinlich dann eine starke Eiche, wenn der Boden zusammen mit dem ökologischen Umfeld die erforderlichen Nährstoffe bereit hält, das Klima immer genug, aber auch nicht zu viel Sonne, Wärme und Wasser bereit stellt und Wasser wie Luft möglichst unverschmutzt bleiben. Wir können einpflanzen und angießen.

Wachsen muss die Eiche allein. 

 

Entwicklungs-Begleitung zur Potenzial-Entfaltung

  • ist Begleitung von Entwicklung-Suchenden mit dem Ziel, Wahl-Freiheit, Eigen-Verantwortung, Selbstständigkeit, Handlungs-Fähigkeit und erfolgreiche Verwirklichung von Lebens- und Berufs-Entwürfen zu fördern.
  • verbindet einfühlsame Unterstützung in Richtung auf Ziele beruflicher und privater Entwicklung mit anschaulich aufbereiteten, handlungsnah präsentierten hilfreichen Informationen zu psycho-sozialen Schlüssel-Themen des beruflichen und privaten Alltags.
  • ist Selbst-Erkundung und Persönlichkeits-Training (Askese, gemeint als Übungs-Weg) verbunden mit Informationen auf mentaler, emotionaler, körperlicher, sozialer und existenzieller Ebene für Menschen, die präventiv denken und deshalb nicht erst erkranken müssen, bevor sie sich in Umbruch-, Stagnations- und Krisen-Situationen eine professionelle Begleitung auf Zeit gönnen.

Bedürfnisse wecken und klären

Entwicklungs-Begleitung zur individuellen Potenzial-Entfaltung bringt diese ureigenen „Gestaltungs-Anliegen“ wieder in Fluss. 

Als Begleitender unterstütze ich Sie dabei, Ihre Wünsche und Bedürfnisse mit Bezügen zu Leib-Empfindungen, Gedanken (Worten, Bildern) und Gefühlen ins Bewusstsein zu holen, indem Sie diese in unterschiedliche Ausdrucks-Medien übertragen.

  • Beispielsweise können Gedanken durch begleitende Gefühle angereichert oder die den Gefühlen zugrundeliegenden Gedanken freigelegt werden.
  • Gedanken können in einen Zusammenhang mit den ihnen zugrundliegenden Gefühlen gebracht werden und die Gefühle können auf Empfindungen innerhalb Ihres Körpers bezogen werden (Topdown-Prozess) oder umgekehrt können durch eine Konzentration auf Leib-Empfindungen die dahinterliegenden Gefühle und die sie begleitenden Gedanken freigelegt werden (Bottomup-Prozess).
  • Gefühle und Empfindungen können weiter in imaginative Bilder transponiert werden, vielleicht unter Zuhilfenahme von Techniken der Trance-Induktion.
  • Diese Imaginationen wiederum können in Bildern oder Skulpturen festgehalten werden.
  • Bildern können rückverwandelt werden in Sprache - vielleicht sogar in ein Gedicht.
  • Oder das Bild-Motiv reizt zu einer szenisch-dialogischen Gestaltung – als szenischer Dialog, Situations-Aufstellung oder Themen-Skulptur – gegebenenfalls unter Einbeziehung einer Gruppe.

Mit jeder Übersetzung von Bedürfnissen mit Gefühlen und Gedanken in ein anderes Medium, durch gezielten Einsatz individuell zugeschnittener Methoden-Vielfalt kann sich Ihr Erleben in eine klärende und entwicklungsfördernde Erfahrung verwandeln. 

Stimmige Selbst-Verwirklichung als Bedürfnis

Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch in sich das grundlegende Bedürfnis trägt, seine Potenziale in stimmiger, sinnschaffender und zukunftssichernder Weise zu verwirklichen. Diese Potenziale sind körperlicher, handwerklicher, künstlerischer, sozialer, emotionaler und seelisch-geistiger Art.

 

Jede Person ist in ihrer Lebendigkeit bestrebt, in kreativen Prozessen laufend neue, bessere, passendere Anpassungen an die soziale und natürliche Mitwelt und entsprechende Ausdrucks-Formen für ihre jeweils einmaligen, unwiederbringlichen Lebens-Erfahrungen und Lebens-Situationen hervorzubringen, aktiv als Gestaltung von Neuem und passiv als Hingabe an Bestehendes. Diese wesenseigenen kreativen Prozesse können im Optimalfall frei fließen und jeweils erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Lebens-Kreativität, der Erlebens-, Ausdrucks- und Gestaltungs-Fluss kann jedoch auch durch schmerzhafte Verletzungs-Erfahrungen, durch Vermeidungen, Abwehr-Mechanismen, Abspaltungen und Ängste vorübergehend bis dauerhaft blockiert sein.

Blockaden zeigen sich in körperlichen, gedanklichen, gefühlsbezogen und sozialen Einseitigkeiten und Schieflagen, in eingeschränkter Balance-Fähigkeit als Verlust der inneren Mitte und der freien Wahl, zum Beispiel zwischen den grundlegenden existenziellen Anforderungen an

  • Autonomie (Freiheit, Eigenständigkeit, Selbst-Verantwortlichkeit, Selbst-Wert-Stärke und Selbst-Bezug bis hin zur Negativvariante der Isolation, des Egozentrismus und der Unterdrückung) und
  • Interdependenz (Verbundenheit, Zugehörigkeit, Gesamtverantwortung und Mitwelt-Bezug bis hin zur Negativvariante der Abhängigkeit, Hilflosigkeit und Unterwerfung).

Konstruktiver Umgang mit Krisen, u. a. als Krisen-Prävention

Verblüffend ist, wie wenig wir Menschen in Eltern-Haus und Schule vorbereitet werden

  • auf kontaktvolle Dialoge mit anderen Menschen sowie
  • auf den konstruktiven Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten und wahrscheinlichen Lebens-Krisen.

Die kleinen Zyklen des Lebens wie die Tages- und Jahres-Zeiten sind uns zumeist vertrauter als die großen Zyklen von Geburt und Tod, obwohl auch diese in sozialen, psychischen und biologisch-physischen Bereichen tagtäglich zu erleben sind.

 

Prävention meint im ursprünglichen, bildhaften Sinn des Wortes, in Gedanken einen möglichen oder sogar wahrscheinlichen Weg voraus zu gehen (lat. prävenire), um im Hinblick auf Krisen als Gefahren und Chancen am Weges-Rand so gut vorbereitet zu sein, dass Gefahren gemeistert und Chancen genutzt werden können.

 

Durchs Leben zu gehen, ist vergleichbar damit, einen unbekannten hohen Berg zu besteigen, dessen Gipfel in den Wolken liegt. Wir wissen nicht, was uns auf unserem Lebens-Weg konkret erwartet. Aber wir wissen von den vielen Generationen von Menschen, die vor uns auf ihre Lebens-Berge gestiegen sind, dass man sich besser oder schlechter sowohl auf die wahrscheinlichen Unbillen als auch auf die möglichen Glücks-Momente während der Reise vorbereiten kann. Man kann und sollte in sich und miteinander auch Glücks-Bereitschaft und Glücks-Fähigkeit fördern, um Glück wahrscheinlicher erleben zu können.

 

Wenn Menschen einen Berg besteigen, bereiten sie sich mental und durch angemessene Ausrüstung vor, wenn sie einigermaßen lebensklug sind.

  • Sie nehmen sich Karten und einen Kompass mit, falls ihnen das Gebiet noch nicht vertraut ist. Für den Bereich der Prävention im psychosozialen Bereich bedeutet dies, sich mit Land-Karten zur Psyche, mit Menschen-Bildern und Modellen der psychosozialen Entwicklung und Heilung auseinanderzusetzen.
  • Heutzutage nimmt man sich ein Handy mit, um in Notfällen Hilfe herbei telefonieren zu können.
    Auf Prävention übersetzt, meint das, sich ein Netz psychosozialer Begleitung zu schaffen, auf das man bei Ratlosigkeit und seelischer Not zurückgreifen kann.
  • Bei längeren Wanderungen nimmt man sich hinreichend Proviant mit, vielleicht sogar eine Not-Reserve, falls man in schlechtes Wetter kommt und in einer Not-Unterkunft auf besseres Wetter warten muss.
    Proviant für den Lebens-Weg mitzunehmen, bedeutet in der Analogie die Förderung solcher psychosozialen Kompetenzen, die hilfreich sein können, psychosoziale Krisen besser zu überstehen. Krisenbewältigende Kompetenz-Bereiche sind beispielsweise:
    Selbst-Akzeptanz, konstruktiv-realistische Selbst-Einschätzung, Selbst-Wirksamkeits-Mut, Geduld, Entscheidungs-Freude, Kreativität, Improvisations-Fähigkeit, Glücks-Bereitschaft, Klarheit, Echtheit, Absprache-Bereitschaft, Dialog-Fähigkeit und Kunst der gewaltfreien Konflikt-Bearbeitung.

  • Es ist nahezu selbstverständlich, dass Menschen auf die Wanderung eine Regen-Jacke mitnehmen, falls mit Nebel oder Regen zu rechnen ist, und einen warmen Pullover, wenn jahreszeitlich Kälte-Einbrüche zu erwarten sind.

    Doch wie bereiten wir uns auf zu erwartende psychosozialen Krisen im Leben vor?
    Ein undurchlässiges, dickes Fell ist mit Sicherheit nicht die angemessene Seelen-Bekleidung.

2. Illustrierte Download-Texte zu Vorgehens-Prinzipien und Konzepten zur Entwicklungs-Begleitung

Die Erkundung, Reflexion, Klärung und Korrektur der theoretischen Annahmen über die menschliche Psyche und die ethischen Begründungen der Haltung, mit der man mit anderen Menschen, mit der Kultur der Menschheit und mit der gesamten Natur in entwicklungsbegleitenden Kontakt tritt, ist mir ein zentrales Ausdrucks- und Entwicklungs-Anliegen.

 

In den folgenden Download-Texten gebe ich eine Übersicht über die Haupt-Richtungen der Psychotherapie und stelle ich die mir bedeutsam erscheinenden Begleit-Haltungen für eine humanistisch-emanzipatorische Entwicklungs-Begleitung dar.

 

Ein wesentliches Ziel meiner Entwicklungs-Begleitung ist in der emanzipatorischen Tradition von Karen Horney (Selbst-Analyse) die Befähigung von Menschen zur Selbst-Reflexion ihrer Existenz-Grundlagen sowie ihrer Selbst- und Beziehungs-Erfahrungen. 
Ins Leben geworfen zu sein, bedeutet, sich mit den Fragen des psychosozialen Daseins auseinandersetzen zu können, nicht unbedingt zu müssen. 
Was sind die Themen, die uns alle als Menschen betreffen, mit denen sich gedanklich und gefühlsmäßig zu beschäftigen sich lohnt? 
Kern-Fragen unserer Existenz sind:

  • Wer bin ich für mich? Wer bin ich für andere?
  • Bin ich mit dem, wer ich bin, einverstanden, zufrieden oder sogar glücklich?
  • Erlebe ich mich als stimmig (integriert, konsistent) im Zusammenhang mit meinen Bedürfnissen, meinem Leib-Erleben (Empfindungen), meinen Gefühlen, Gedanken und Handlungen?
  • Oder erlebe ich mich als von mir entfremdet, als brüchig, zerrissen, abgespalten von bestimmten oder noch im Unbestimmten verharrenden Persönlichkeits-Anteilen?
  • Wie kann ich mich in Richtung auf Ausweitung meiner inneren und äußeren Wahl-Freiheit entwickeln?
  • Was erfordert es, mit der existenziellen Polarität von Autonomie und Interdependenz, von Individualität und Zugehörigkeit konstruktiv zurechtzukommen?
  • Wie kann ich mich auf die konstruktive Bewältigung der mit Sicherheit auf mich zukommenden Umbruch-Krisen vorbereiten? 
  • Was bedeutet meine und eure Sterblichkeit für mich?

Es lohnt sich, lebensbegleitend immer wieder einmal derartige Fragen zu klären, um mit seinem wahren Selbst, seinem Herzen, seiner Bestimmung, seinem Daseins-Grund in Kontakt zu kommen, um sich seelischen und sozialen Reichtum, Glück und Erfüllung im Leben zu ermöglichen.

 

Zum Zwecke der Selbst-Erkundung habe ich Materialien entwickelt, die neben meinen Gedichten eine Selbst-Entwicklungs-Begleitung in Richtung einer freundlich-bewussten Selbst-Erkundung und eines konstruktiveren Selbst-Umgangs fördern könnten. 

  • Ich ermögliche Ihnen eine Einführung in das system-dynamische und dialektische Denken, unter anderem in die Gedanken-Welt von Ken Wilber aus seinem Buch: "Eros, Logos, Kosmos" aus dem Jahr 1996.
  • Erläutert wird zudem das Konzept von Klaus Grawe zur für mich wegweisenden Grundlegung einer "Psychologischen Psychotherapie"  aus dem Jahr 2000 und zur "Neuropsychotherapie" aus dem Jahr 2004.
  • Zudem biete ich Ideen davon an, wie der Körper, das Leib-Erleben in der Selbst- und Fremd-Bezogenheit in den Prozess der Entwicklungs-Begleitung einbezogen werden kann.  Dabei beziehe ich mich schwerpunktmäßig auf das Buch von Ulfried Geuter: "Körperpsychotherapie - Grundriss einer Theorie für die klinische Praxis" aus dem Jahr 2015. 
    Leider gibt es immer noch sehr wenig Konzepte und praktische Umsetzungen, wie der Körper in außertherapeutische Lern-Prozesse (Coaching, Lehre) einbezogen werden kann. Hier besteht dringender Nachholbedarf.
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Verfahren zur Entwicklungs-Begleitung - Tiefen-Psychologie und Verhaltens-Therapie
o Verfahren der Entwicklungs-Begleitung im Zusammenhang
o Tiefenpsychologische Verfahren
o Verhaltenstherapeutische Verfahren
o Ergänzende Verfahren
1-1_Verfahren_zur_Entwicklungs-Begleitun
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Verfahren zur Entwicklungs-Begleitung - humanistische und systemische Verfahren
o Humanistische Psychotherapie
o Personenzentrierte Gesprächs-Therapie
o Gestalt-Therapie
o emotionsfokussierte Psychotherapie
o logotherapeutisches und existenzanalytisches Vorgehen
o körperpsychotherapeutisches Vorgehen
o Transaktions-Analyse
o szenisch-dialogische Verfahren (Psychodrama)
o integrative Psychotherapie (Petzold)
o systemische Verfahren
1-2_Verfahren_zur_Entwicklungs-Begleitun
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Rahmen-Konzepte für Entwicklungs-Begleitung - psychologische Grundlegung
o Systemdynamisch-dialektisches Denken für Entwicklungs-Begleitung
o Psychologische Grundlegung von Entwicklungs-Begleitung
o Wahrnehmen, Erleben und Bewusstsein
1-3_Rahmen-Konzepte_für_Entwicklungs-Beg
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Rahmen-Konzepte für Entwicklungs-Begleitung - Sein als Verkörperung
o Sein als Verkörperung
o Das Selbst und das Körper-Erleben
o Entwicklungs-Begleitung als Körper-Psychotherapie
o allgemein förderliches Vorgehen
1-4_Rahmen-Konzepte_für_Entwicklungs-Beg
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Rahmen-Konzepte für Entwicklungs-Begleitung - Entscheidungen und Wertungen
o Entscheiden
o Wert-Klärungen für Entwicklungs-Begleitung und Kooperation
o integrativ-emanzipatorische Entwicklungs-Begleitung
o Eigenschaften und Haltungen für Entwicklungs-Begleitung
o Qualitäts-Kriterien für Vorgehen bei Entwicklungs-Begleitung
o Werte, Ziele und Wege für Entwicklungs-Begleitung
1-5_Rahmen-Konzepte_für_Entwicklungs-Beg
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3. Illustrierte Download-Texte zu Bedürfnissen und Gefühlen im Fokus

Bedürfnisse und Gefühle sind sowohl leiblich als auch geistig zu verstehen.
Sie bilden gleichsam das Bindeglied zwischen Leib und Geist.

Auch stehen Bedürfnisse und Gefühle in einer engen Wechsel-Beziehung zueinander.
Diese Regungen der Seele wahrzunehmen, anzunehmen und zu verändern, erfordert

  • sowohl eine achtsame und experimentelle Beachtung unserer Leib-Empfindungen in Ruhe und Bewegung
  • als auch unserer Gedanken in Form von Bildern, Symbolen und Worten. 

Folgende Gefühls-Bereiche sind mir in letzter Zeit besonders wichtig geworden:
Angst, Aggression, Trauer, Neid, Kränkung, Ohnmacht, Stolz, Schuld und Scham.

Diese Gefühle der Selbst- und Beziehungs-Bewertung stehen in einer engen Beziehung zueinander.

  • Aggression als Ärger, Wut, Zorn und Hass versteht man besser, wenn man das Wesen der Angst verstanden hat.
  • Scham als Sonderform der Angst und Neid versteht man besser, wenn man das Wesen der Kränkung als Verletzung des Selbst-Wert-Gefühls und des neurotischen Stolzes begriffen hat.
  • Reaktionen auf Kränkungen und verletzten Stolz versteht man besser, wenn man das Wesen der Scham begriffen hat.

Ich stelle im nachfolgenden Text die Bedeutung dieser Gefühle für Entwicklung bzw. Entwicklungs-Verhinderung und Ansätze zum Entwicklung fördernden (therapeutischen) Umgang damit vor. Die Download-Texte zu den Gefühls-Bereichen entstanden unter anderem

  • aus Text-Passagen  von Luc Ciompi: "Außenwelt -Innenwelt - Die Entstehung von Zeit, Raum und psychischen Strukturen" von 1988,
  • aus dem Buch von Egon Fabian: "Die Angst - Geschichte, Psychodynamik, Therapie" von 2010,
  • aus dem Buch von Bärbel Wardetzki: "Ohrfeigen für die Seele" von 2000 zum Thema Selbst-Wert-Gefühl und Kränkung,
  • aus dem Buch von Karen Horney: "Neurose und menschliches Wachstum - Das Ringen um Selbstverwirklichung"  aus dem Jahr 1950 zum Thema Stolz,
  • aus dem Buch von Jens L. Tiedemann: "Scham" aus dem Jahr 2013
  • aus der Vorlesungs-Reihe von Verena Kast: "Psychologie der Emotionen" von 1996 - 2001 zu den Themen Ärger und Aggression, Neid und Eifersucht, Trauer, Freude, Interesse und Langeweile und Angst
  • aus dem Vortrag von Otto Kernberg: "Liebe und Hass" von 2015
Download
Bedürfnisse und Gefühle im Fokus der Entwicklungs-Begleitung
o Bedürfnisse und Gefühle
o Bedürfnisse, Motivationen, Triebe, Wünschen und Wollen
o Affekte, Stimmungen, Emotionen und Gefühle
2-1_Bedürfnisse_ und_Gefühle_im_Fokus_de
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Download
Angst, Ärger, Liebe und Aggression, Neid und Eifersucht
o Angst
o Ärger und Aggression
o Liebe und Aggression
o Neid und Eifersucht
2-2_Angst,_Ärger,_Liebe_und_Aggression,_
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Download
Trauer, Selbst-Wert-Gefühl und Kränkungen, Stolz, Scham, Interesse und Langeweile, Freude, Inspiration und Hoffnung
o Trauer
o Selbst-Wert-Gefühl und Kränkungen
o Stolz
o Scham
o Interesse und Langeweile
o Freunde, Inspiration und Hoffnung
2-3_Trauer,_Selbst-Wert-Gefühl_und_Kränk
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4. Illustrierte Download-Texte zur Begleitung bei Entwicklungs-Störungen

Die Analyse und Erkenntnis, welchem Störungs-Muster man folgt und welchen Persönlichkeits-Typ, welchen Erlebens- und Verhaltens-Mustern man sich derzeit unter den meisten Umständen eher zurechnen könnte, kann uns dazu befähigen,

  • uns über Bedingungen unserer Herkunft klarer zu werden und mehr Verständnis für uns, für unsere Schwierigkeiten, Probleme und Leiden zu gewinnen,
  • Entwicklungs-Einschränkungen aus Kindheit, Jugend und Adoleszenz aufzulösen,
  • neue Entwicklungs-Chancen jenseits der im Gehirn vorwiegend durch Gewohnheit gebahnten und in den Leib eingefleischten Erfahrungs-Muster (Schemata) zu entdecken. 

Die folgenden Download-Texte beziehen sich 

  • auf das Klassifikations-System für psychische Störungen (ICD10, Bereich F), 
  • auf das  Buch von Ulfried Geuter: "Körperpsychotherapie - Grundriss einer Theorie für die klinische Praxis" aus dem Jahr 2015,
  • auf das Buch von Johannes B. Schmidt: "Der Körper kennt den Weg- Trauma-Heilung und persönliche Transformation" aus dem Jahr 2008,
  • auf das Buch von Helga Pohl: "Unerklärliche Beschwerden? Chronische Schmerzen und andere Leiden körpertherapeutisch behandeln" von 2010,
  • im Wesentlichen aber werden meine Erfahrungen aus der Ausbildung in Körper-Psychotherapie von 2012 bis 2016 zusammengefasst dargestellt.
  • Eine sehr differenzierte Persönlichkeits-Typologie bietet Ron Kurtz in seinem Buch: "Körperzentrierte Psychotherapie" aus dem Jahre 1985 an.
    Das von Kurtz entwickelte körperpsychotherapeutische Konzept "Hakomi" stelle ich in seinen mir wesentlich erscheinenden Aussagen dar.
  • Körperbezogene Abwehr-Mechanismen werden von Georg Downing in seinem Buch: "Körper und Wort in der Psychotherapie" von 1996 dargestellt.
Download
Entwicklungs-Störungen, Suizid, Depression, Angst- und Zwangs-Störungen
o Allgemeines zu leibseelischen Entwicklungs-Störungen
o Klassifikation leibseelischer Störungen (ICD 10)
o Störung leibseelischer Elementar-Funktionen
o Suizidalität
o Menschen mit Depressions-Störungen
o Menschen mit Angst- und Zwangs-Störungen
3-1_Entwicklungs-Störungen,_Suizid,_Depr
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Download
Belastungs-Störungen, Stress, Traumata und Körper-Reaktionen
o Menschen mit Anpassungs-, Belastungs- und dissoziativen Störungen
o Menschen mit somatoformen Störungen
o Haltung, Ernährung, verspannte Regionen und Psychosomatik
3-2_Belastungs-Störungen_ Stress,_Trauma
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Download
Schutz-Mechanismen, Persönlichkeits-Typologien und Persönlichkeits-Störungen
o Schutz- und Abwehr-Mechanismen
o Persönlichkeits- oder Charakter-Typologien
o Menschen mit Persönlichkeits-Störungen
Stoerungen_2.pdf
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5. Wege ins Sein - Gedichte zur Psychosozial-Bildung und Psychoedukation

In sieben Bänden finden Sie Gedichte zu den Themen

  • was ich derzeit unter einer integrativen Entwicklungs-Begleitung verstehe (Wege 1),
  • welche Erlebens-Bereiche es in die Persönlichkeit zu integrieren gilt (Wege 2)
  • welche Störungen der Selbst- und Sozial-Entwicklung derzeit in Psychotherapie-Kreisen diskutiert werden (Wege 3),
  • auf welche philosophischen Grundlagen bei Begleit-Konzepten in Pädagogik und Psychotherapie zumeist zurückgegriffen wird und welche ich favorisiere im Hinblick auf mein Vorgehen der integrativen Entwicklungs-Begleitung (Wege 4),
  • welche Konzepte der Psychosozial-Bildung im Laufe der Zeit entwickelt worden sind und welche davon mir weshalb wichtig sind (Wege 5),
  • welche Konzepte der Psychotherapie wie entstanden sind und derzeit praktiziert werden und wie ich zu Konzepten und deren Umsetzung stehe (Wege 6). 

Integrative Entwicklung-Begleitung (Wege 1), die sich auf die bio-öko-pycho-kulto-soziale Ganzheit des Menschen bezieht, basiert nach meinem Verständnis auf den vier Hauptbereichen der Persönlichkeits-Bildung, nämlich auf 

  • philosophischer Bildung (Wege 4), soweit sie zur Werte-Orientierung wie zum Verständnis von Pädagogik und Psychotherapie bedeutsam ist,
  • psychotherapeutischer Bildung (Wege 6),
  • Psychosozial-Bildung (Wege 5) innerhalb der Erziehungs-Wissenschaft (Pädagogik) und
  • Askese, verstanden als weitgehend eigenständiges, langjähriges und praktisch-konkretes Persönlich-keits-Entwicklungs-Training, unter anderem  zur Integration der Erlebens-Bereiche (Wege 2), zur Lösung von psychosozialen Entwicklungs-Störungen (Wege 3) und  zur Potenzial-Entfaltung für persönliches Wachstum. 

Ihnen wird in einer Vielzahl von Lehr-Lern-Gedichten, von mir als Selbst- und Mitwelt-Erkundungs-Balladen und Vers-Essays bezeichnet, die Idee einer integrativen Entwicklungs-Begleitung vor dem Hintergrund eines Verständnisses der Entwicklung von Begleit-Konzepten nahe gebracht. 

Die Auseinandersetzung mit den Gedichten kann Ihnen helfen, sich im Dickicht der philosophischen, pädagogischen und psychotherapeutischen Ideen und Angebote zur Begleitung bei Potenzial-Entfaltung oder zum Abbau oder zur Prävention von psychosozialen Störungen - oder auch: für leibseelische Klärung, Heilung und Vervollständigung - besser zurechtzufinden. Hoffentlich entdecken und formen Sie sich dabei Ihren persönlichen Zugangs-Weg zur wirksamen und liebevollen Entwicklungs-Förderung vor dem Hintergrund ihrer Vorstellungen von einem lebendigen, erfüllenden Leben. 

Teil 1: Persönlichkeits-Entwicklung begleiten

In diesem ersten Band zu den Wegen der Entwicklungs-Begleitung habe ich die Essenz meiner Begleit-Erfahrungen, meiner Begleit-Ethik und meiner Qualitäts-Ansprüche an Entwicklungs-Begleitung zusammengestellt. 

  • Entwicklung Suchende können sich hier Orientierung holen, nach welchen Kriterien sie Personen und Verfahren zur Entwicklungs-Begleitung für sich aussuchen.

  • Entwicklungs-Begleitende können sich hier Orientierung holen, nach welchen Kriterien sie Verfahren zur Entwicklungs-Begleitung für andere gestalten.

Da ein Großteil der Menschen sowohl Orientierung braucht als auch anderen Orientierung gibt (als Eltern, Beratende, Vorgesetzte), könnten beide Blick-Winkel für Sie zutreffen.

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Persönlichkeits-Entwicklung begleiten
o Konzeptionelles
o Drei Dimensionen der Entwicklungs-Begleitung
o Menschen-Bild als Wert-Entscheidung
o Annahmen über menschliche Existenz und integrative Entwicklungs-Begleitung
o Begleit-Qualitäten als Entwicklungs-Aufgabe für Begleitende
o Vorgehen bei integrativer Entwicklungs-Begleitung
o Leit-Sätze zur Entwicklungs-Begleitung
o generelle Vorgehens-Schritte bei Entwicklungs-Begleitung
o Vorder-, Hinter- und Untergründiges
o Kompetenzorientierte Entwicklungs-Begleitung
o Entwicklungs-Begleitung mit Gedichten
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Teil 2: Erleben integrieren

Im zweiten Band zu den Wegen ins Sein stelle ich die Bereiche vor, in denen unser Erleben stattfindet. 

Erleben ist der Treibstoff für unsere Seele.

Bereiche des Erlebens sind die 

  • unserer Leiblichkeit uns Sinnlichkeit, verbunden mit der Erfahrung von Selbst-Regulation, Balance und Dysbalance,

  • der damit zusammenhängenden leiblichen und psychosozialen Bedürfnisse sowie

  • der eng mit den Bedürfnissen und ihrer Befriedigung verkoppelten wertenden Gefühle,

  • der geistigen Ebene mit fantasievollem und abstrahierendem Denken,

  • der Erfahrung von Existenz im Zusammenhang mit der Erfahrung von Liebe oder von Liebes-Mangel. 

Vordringliches Entwicklungs-Ziel ist eine differenzierende Einbeziehung, Wertschätzung und Integration der Erlebens-Bereiche zu einem ganzheitlichen, stimmigen Erleben. 

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Erleben integrieren
o Integration der Erlebens-Welten
o Erlebens-Welt der Bedürfnisse
o Erlebens-Welt der Gefühle
o Erlebens-Welt der Leiblichkeit
o Erlebens-Welt der Gedanken
o Wort-Wahl, Rat-Geber-Stimmen und Erlebens-Weisen
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Teil 3: Mit Entwicklungs-Störungen umgehen lernen

Im dritten Band zu den Wegen ins Sein stelle ich dar, wie man sich auf dem Weg ins Sein in Ab- und Umwegen verirren kann. 

Einige Irrwege hab ich selbst erlebt, andere aus der psychotherapeutischen Literatur aufgegriffen. 

Die Beschreibung psycho-sozialer Störungen, mit denen wir uns selbst wie andere Menschen situativ oder dauerhaft verstören können, soll dazu dienen, 

  • für eigene wie fremde Irrungen und Wirrungen aufgeschlossener zu werden,

  • schneller Störungs-Muster zu erkennen,

  • Störungs-Prävention zu betreiben und

  • eher Wege aus der Störung heraus zu entdecken.

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Mit Entwicklungs-Störungen umgehen lernen
o Umgang mit Störungen der Selbst- und Sozial-Entwicklung
o Denk- und Wahrnehmungs-Störungen
o Ich-Störungen
o Somatoforme Störungen
o Süchte und Ess-Störungen
o Suizid
o Störungen mit offensichtlichem Angst-Anteil
o Zwang als besondere Angst-Störung
o Störungen durch Überlastung
o Störungen des Sozial-Kontaktes
o Gefühls-Regulations-Störungen
o Störungen des Selbst-Wertes
o Narzisstische Persönlichkeits-Störung
o Psychotische Störungen
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Teil 4: Philosophische Grundlagen zum Seins-Verständnis

Die Philosophie, eingebettet in den Kontext der regionalen und zunehmend globalisierten Kultur sowie der Geschichte und des vorherrschenden Zeit-Geistes, der gestaltet wird durch die globale kapitalistische Wirtschafts-Ordnung mit seiner Ressourcen-Vernichtung und Zukunfts-Gleichgültigkeit sowie durch Demokratie- sowie Diktatur-Erfahrungen, wirkt sich stark prägend nicht nur auf meine Welt-Sicht und mein Menschen-Bild aus. 

Soweit ich bisher von mir verstanden habe, ist meine Sicht auf Menschen bestimmt von humanistischer und transpersonaler Psychologie und Pädagogik, insbesondere von der Philosophie des Dialogischen (Martin Buber), vom Konstruktivismus, von der Idee der Ganzheitlichkeit und den Bedingungen der System-Dynamik (Heinz von Foerster). 

Für mich ist es von großer Bedeutung, für meine Begleit-Tätigkeit und für Klärung meines sonstigen sozialen Miteinanders von Zeit zu Zeit mein Menschen-Bild zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren. 

Dieser Gedicht-Band soll Ihnen Gelegenheiten eröffnen, Ihre eigenen Denk-Traditionen zu erkunden und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen.

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Philosophische Grundlagen zum Seins-Verständnis
o Überblick über Geistes-Strömungen
o Das Geistes-Phänomen Aristoteles
o Entwicklungs-Motiv - Menschlichkeit leben
o Entwicklungs-Motiv - sich und seine Vernunft befreien
o Entwicklungs-Motiv - Selbst- und Sozial-Wirksamkeit in der Gesellschaft
o Entwicklungs-Motiv - Sinn im Sein finden
o Entwicklungs-Motiv -Einssein mit allen und allem
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Teil 5: Psychosozialbildung

Bildung kann dazu dienen, die Potenziale, die individuellen Talente und besonderen Begabungen in jedem Menschen zu befreien und zu fördern. Sie kann aber auch dazu missbraucht werden, Menschen über einen Prozess systematischer Potenzial-Unterdrückung und Selbst-Entfremdung an die Erfordernisse einer kapitalistischen Wirtschafts-Ordnung anzupassen.

Es liegt an uns als Eltern, Lehrende und Erziehende, welchen Weg wir einschlagen.

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Psychosozialbildung
o Geschichte der Bildung. Lehre, Kindheit und Erziehung
o Reformen in Bildung, Lehre und Erziehung
o Neue Bildungs-Wege in einer lernenden Gesellschaft
o Lehren und Lernen
o Kompetenz-Erwerb als Lehr- und Lern-Ziel
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Teil 6: Psychotherapie

Das Verständnis der Formen und Hintergründe von Psychotherapie-Verfahren mag dazu beitragen, dass Rat, Unterstützung und Entwicklung suchende Menschen selbstbestimmter ihren Weg zu den passenden Entwicklungs-Begleitenden finden können.

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Helmut von Bialy: Wege ins Sein: Psychotherapie
o Geschichte und Richtungen der Psychotherapie - kurz gefasst
o Wege der Tiefen-Psychologie
o Abwehr-Mechanismen als Schutz-Sprache des Unbewussten
o Wege der Körper-Psychotherapie
o Wege der Verhaltens-Therapie
o Wege der Humanistischen Psychotherapie
o Systemische Psychotherapie
o Transpersonale Psychotherapie
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6. Poesie-Therapie

Es gibt seit Jahrzehnten immer wieder vereinzelte Versuche, Prosa-Texte – meist als Kurzgeschichten, Märchen, Mythen und Fabeln – und vielfältige Formen von Gedichten in den Prozess der Persönlichkeits-Bildung, der psychosozialen Entwicklungs-Begleitung, der Psychotherapie und sonstiger Prozesse leibseelischer Gesundung und Persönlichkeits-Wachstums zu integrieren.

Es gibt noch wenig Konzepte und auf die Klienten (Patienten, Entwicklung-Suchenden, Coachees, Lernenden) zugeschnittene Materialien für eine Persönlichkeits-Entwicklung und Psychotherapie begleitende Psycho-Edukation oder Psychosozial-Bildung. Meist erfolgt Psycho-Edukation, damit sie zum jeweiligen besonderen Prozess passt, therapieintegriert in Form von Kurz-Vorträgen der Entwicklungs-Begleitenden (Rat-Gebenden und Therapierenden).

Verständliche, vielleicht sogar anregende und bewegende Materialien zum Nachlesen oder Vertiefen der jeweiligen Informationen werden von Entwicklungs-Begleitenden noch recht selten bereitgestellt. Erst in jüngster Zeit werden im Zusammenhang einer kognitiv-emotionalen Verhaltens-Therapie verständliche Begleit-Materialien für Patient/-innen angeboten.

Zur Psychosozial-Bildung steht inzwischen eine Fülle von Ratgeber-Literatur in Buch-Form oder im Internet zur Verfügung. Für einen Coach gehört es heute fast neben der obligaten Website zur Marketing-Grundlage, mindestens ein Buch über seinen spezifischen Begleit-Ansatz verfasst zu haben. Diese meist unter dem Blick-Winkel einer speziellen Begleit-Methode verfasste Literatur greift jedoch oft nur kurze Abschnitte, Einzel-Krisen oder spezielle Förder-Bereiche aus der Biografie auf oder betont bis verabsolutiert oft das besondere Vorgehen der Entwicklungs-Begleitenden.

Die Rat-Geber-Texte sind zumeist in einer sachlich-trockenen Sprache verfasst, häufig akademisch unverständlich oder sehr weitschweifig mit vielen Wiederholungen zum gleichen Thema, um dem Buch das notwendige Volumen zu verleihen. Oft stehen bei Psychosozial-Rat-Gebern die Marketing-Intentionen der Kunden-Werbung derart im Vordergrund, dass diese Texte aufgrund ihrer Dogmatik und Selbst-Lob-Hudelei unlesbar für mich sind.

 

Entwicklungs-Begleitung mit Gedichten

Ausgewählte Gedichte möchte ich Ihnen für individuelle und gemeinschaftliche Weiterbildung zu Fragen

der Entwicklungs-Begleitung zur Verfügung stellen.

  • Sie können einerseits die Gedichte distanziert gleichsam als komprimierte Information zu Fragen von Entwicklungs-Begleitung als Psychotherapie, Coaching oder Beratung verwenden.
  • Sie können andererseits die Inhalte nah an sich heranlassen und sie zur Selbst- und Sozialerkundung nutzen.

Warum biete ich Ihnen Gedichte an und nicht einfach schlichte Sach-Texte?

Gedichte liegen durch ihre besondere Sprach-Form oft in einem Grenz-Bereich.

  • Auf der einen Seite der Gedichte liegt die Grenze zum Wachbewusstsein, zur gesicherten Erfahrung, zum expliziten, mitteilbaren Wissen und zu aktivierten persönlichen Potenzialen.
  • Auf der anderen Seite der Gedichte liegt die Grenze zu Schichten des Un- oder Vorbewussten, zu unerkanntem Erleben, zu implizitem Wissen und zu aktivierbaren, aber noch ungenutzten Persönlichkeits-Potenzialen.

Durch diese Zwischenlage können Gedichte Sie dabei unterstützen, in unerforschte Bereiche des

Intuitiven, des zu Erahnenden und der vagen Vermutungen vorzudringen. Hinter Worten, hinter der sagbaren Ebene kann in Dichtung die Ebene des Unsagbaren hindurchschimmern, zu der Sie mit ein wenig Muße und Beharrlichkeit durch Kontemplation, also durch denkfühlendes, hingebungsvolles Hineinversenken in Rhythmus und Reim, Worte und Bedeutung vielleicht einen Zugang finden können.

 

Lese-Empfehlung

Obwohl ich mich sehr um Verständlichkeit der Sprache bemüht habe, sind die folgenden Gedicht-Texte nicht

auf die gleiche Art verdaubar wie Prosa-Texte - gemeint sind vor allem Texte aus der Ratgeber-Ecke, aber auch wissenschaftliche Fach-Bücher. Durch Gedicht-Form sind viele der Entwicklungs-Themen stark verdichtet, eine der hervorragenden Qualitäten von „Dichtung“.

Um selbstklärend zu Ihrem eher verborgenen, verschütteten Denkfühlen vorzudringen, brauchen Sie meist einige Zeit.

Geben Sie sich und Ihrem Kontakt zum Gemeinten in den Gedichten Zeit und Raum. Achten Sie sorgsam und wohlmeinend auf Ihre Leib-Empfindungen einschließlich der Bewegungs-Impulse, auf Ihre Gefühle und Gedanken beim Lesen. Halten Sie inne, wenn Sie eine Aussage bewegt, anrührt, zum Widerspruch reizt, irritiert oder nachdenklich macht. Es wäre zu schade, Momente von Berührung und Einsicht nicht voll auszukosten. 

Nehmen Sie sich deshalb pro Tag maximal ein Gedicht vor und gönnen Sie sich mehrmaliges Lesen, wobei Sie oft bemerken können, wie sich bei Lese-Wiederholungen andere thematische Aspekte, neue Zusammenhänge auftun. 

 

Poesie-, Biblio- oder Lyrik-Therapie

Andere Ansätze zur Bearbeitung von Lebens-Themen mit Hilfe von Texten finden sich als Poesie-, Biblio- oder Lyrik-Therapie wieder. Meist jedoch wird nicht die informative oder Lese-Variante, das (gemeinsame) Erlesen eines zum Problem oder zur Situation passenden Textes angeboten, also ein lesetherapeutisches Vorgehen. Sondern es wird meist nur der schreibtherapeutische Ansatz verfolgt, um die sich erkundenden Klienten über Schreiben zu aktivieren und der Vielfalt der Themen und Problem-Stellungen im Lebens-Alltag gerecht zu werden. Ideal im Sinne einer ganzheitlichen Verwendung von Schrift-Sprache wäre jedoch eine kombinierte Verwendung von Schreiben und Lesen, von Prosa und Lyrik in den Settings der Einzel- und Gruppen-Begleitung.

Die auf dieser Website zusammengestellten Gedichte sollen die Seite der Lyrik-Lese-Begleitung stärken. Speziell geht es um die Verwendung von Gedichten im Zusammenhang mit Selbst-Erkundung (Selbst-Analyse) der Seele, der sozialen Beziehungs-Mitwelt und heilsamer Bewältigung von Lebens-Krisen. Die von mir hier zusammengestellten Text-Materialien dienen so der selbstgesteuerten und selbsterkundenden Persönlichkeits-Entwicklung.

Dabei haben die von mir verfassten Gedichte keinen Ausschließlichkeits-Anspruch. Sie sollen nur vorhandene Lyrik zu bedeutenden Lebens-Themen und Lebens-Krisen ergänzen, z. B. von Bert Brecht, Georg Büchner, Wilhelm Busch, Erich Fried, Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Hermann Hesse, Georg Heym, Friedrich Hölderlin, Ernst Jandl, Erich Kästner, Christian Morgenstern, Novalis, Rainer Maria Rilke, Joachim Ringelnatz, Eugen Roth, Peter Rühmkorf, Kurt Tucholsky, Georg Trakl, Ludwig Uhland. 

Meine Vision wäre ein Lyrik- und Kurzprosa-Pool, geordnet z. B. nach dem Modell der zwölf Geburten oder nach einem anderen für Selbst-Erkundung nützlichen Ordnungs-Prinzip, auf den Interessierte - gleichermaßen Begleitende wie Begleitete - zurückgreifen können, um sich und anderen ein zunehmend bewusstes Leben in Liebe zu ermöglichen.

Ich stelle mir gern vor, dass

  • weitere Entwicklungs-Begleitende und Psycho-Poesie-Literaten sich dem PsychoPoesiePortal anschließen und ihre eigenen Gedichte oder literarischen Texte zur Psychosozial-Bildung für dieses Portal zur Verfügung stellen.
  • auch Begleitete (Klient/-innen, Rat-Suchende, Leser/-innen) ihre Gedichte oder ihre Malerei, Fotografien, Songs, Melodien, Skupturen, Videos oder sonstige kreative Entwürfe, die auf Grundlage der vorhandenen Gedicht-Materialien entwickelt wurden, zur Veröffentlichung auf dem PsychoPoesiePortal bereitstellen.
  • wir eine Arbeits-Gemeinschaft, ein Netzwerk bilden und zusätzlich Gedichte und Kurztexte entwickeln oder aus der Literatur auswählen, kommentieren und einordnen.
  • wir Websites zur Psycho-Poesie, Poesie-Therapie und verwandten Bereichen miteinander verlinken.
  • wir die Idee der poetischen Psychosozial-Bildung, der offenen, selbstgesteuerten textbasierten Psycho-Edukation und Poesie-Therapieweiter ausbauen,
  • uns dazu auf Initial-Treffen zusammenschließen,
  • gemeinsam die Idee der poetischen Psychosozial-Bildung und das PsychoPoesiePortal bewerben und
  • für interessierte Begleitende dazu Workshops anbieten.

Was halten Sie davon? Weitere Ideen zum Ausbau des PsychoPoesiePortals sind jederzeit willkommen.

Bitte nutzen Sie das Kontakt-Formular für Ihre Anregungen, Wünsche, Fragen, Kritik und Kooperation.

 

Lyrik-Lese-Begleitung

Meine durchweg positiven Erfahrungen mit poetischer Psychosozial-Bildung mündeten in ein besonderes Konzept von Entwicklungs-Begleitung mit Lyrik. Diese Entwicklungs-Begleitung besteht aus folgenden Elementen:

  1. Grundlage der Arbeit bilden die auf dieser Website in vier Teilen (Paar-Beziehungen, Wege ins Sein, Zwölf Geburten zu einem Leben in Liebe und Poetische Biografie-Erkundungen) zusammengefassten Gedichte. Nach einer Einzel- oder Paar-Begleitung werden den Entwicklung-Suchenden ein bis drei thematisch passende Gedichte zur Integration der Themen mitgegeben bzw. sie wählen sich künftig aus dem PsychoPoesiePortal selbst für sie passende Gedichte aus.
  2. Sollten zum spezifischen Beratungs-Thema noch keine Gedichte vorliegen, so schreibe ich – falls mich die Intuition oder die Muse nicht im Stich lässt – für das nächste Treffen passende Gedichte, oft in Form eines poetischen Sitzungs-Protokolls. Diese Gedichte können per E-Mail zugestellt werden. Indem ich mir das Thema und den Prozess der Begleit-Sitzung vor Augen führe, ergeben sich nebenbei auch für mich supervisorische Effekte: Versäumnisse während der Sitzung können erkannt und möglicherweise im Gedicht aufgegriffen werden.
  3. Oft kommen die Entwicklung-Suchenden mit den Gedichten in die nächste Sitzung, besprechen Unklares, bringen ihre Meinung ein, runden das Thema durch ihre Ergänzungen ab.

Lyrik-Schreibe-Begleitung

Die Schreibe-Variante der Lebens-Begleitung mit Lyrik lässt Rat-Suchende selbst zu Dichtenden werden.

  1. Beschäftigung mit vorgegebenen Gedichten kann auch dazu (ver-) führen, eigene Gedicht-Entwürfe zu verfassen. Ich ermuntere Entwicklung-Suchende nach Kräften dazu, eine Art Lyrik-Tage-Buch zu führen, also ihr äußeres und vor allem inneres Erleben in der sprachlich freien Form der Gedichte zu verfassen – mit oder ohne Reim und Metrik. Daneben rege ich eine Vielfalt anderer Formen kreativer Themen-Bearbeitung an:
    • Prosa-Tagebuch führen,
    • Briefe verfassen, der vielleicht nie losgeschickt werden,
    • Bilder dazu malen oder zeichnen – z. B. mit Finger-Farben,
    • einen Song verfassen nach eigenen oder vorfindlichen Melodien,
    • eine Ton- oder Speckstein-Skulptur formen.
  2. Ich biete Entwicklung-Suchenden an, ihre Gedicht-Entwürfe und andere kreativen Entwürfe in Sitzungen einzubringen. Dort kann nach Maßgabe der Entwicklung-Suchenden an den Inhalten wie an der Form weiter gearbeitet werden. Ergebnis dieser Arbeit ist zumeist größere thematische, aber auch und vor allem gefühlsbezogene Klarheit.
  3. In Partnerschaften kann die Form poetischer oder sonstiger kreativer Mitteilung fester Bestandteil des Kommunikations-Prozesses werden.

Weg-Weiser-Lyrik

"Wir brauchen heute dringend Kunst und Poesie, um das Gemeinsame unseres Seins aufleuchten zu lassen, um der wechselnden Bedingtheit der verschieden erscheinenden Teile unserer Wirklichkeit und ihrer wechselseitigen Relevanz gewahr zu werden, und schließlich und nicht zuletzt: um den tieferen Sinn in unserem eigenen Leben zu entdecken.“ (Hans-Peter Dürr, Physiker)

Die hier zusammengestellte lyrische Prosa als Weg-Weiser-Gedichte, Innenwelt-Balladen und Vers-Essays sind dafür gedacht, Ihnen vielfältige Themen-Facetten und damit Zugänge zum großen Lebens-Thema Persönlichkeits-Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Liebe anzubieten.

Sie können die Gedichte für kontemplative Annäherung, für geistige und emotionale Auseinandersetzung mit bedeutsamen Lebens-Themen nutzen. Viele der balladenartigen Texte lassen sich darüber hinaus auch in Begleit-Arbeit (Coaching, Beratung, Psychotherapie) einsetzen in Form von Lyrik-Coaching, Poesie-Therapie und ganz allgemein für Herzens-Bildung, nüchterner für Psycho-Edukation oder Psychosozial-Bildung.

Dieses in drei Teilen dargestellte besondere Bildungs-Angebot dient unter anderem der Prävention von Lebens-Krisen durch eine die Persönlichkeits-Entwicklung unterstützende Selbst-Erkundung der Innen- und Mitwelt.

Das vorläufige Ergebnis von mehreren Jahrzehnten eigener Innenwelt-Erkundung, Bildungs-Arbeit mit Erwachsenen und Kindern sowie Entwicklungs-Begleitung vieler hundert Menschen möchte ich mit Ihnen in dieser thematisch vielfältigen Sammlung teilen.

 

Von der Wissenschaft zur Poesie

2011 hörte ich in Berlin einen Vortrag von Hans-Peter Dürr, der 2014 gestorben ist, zu seinem in selben Jahr herausgekommenen Buch: „Das Lebendige lebendiger werden lassen – Wie uns neues Denken aus der Krise führt.“

Darin findet sich ein Abschnitt zur wechselseitigen Ergänzung (Komplementarität) von Wissenschaft und Poesie. Ich zitiere: „Hinter unserem aufgeweckten, hellen Bewusstsein und einer aufmerksamen Wahrnehmung schlummert eine viel allgemeinere Erfahrung, die wir vielleicht mit „Gewahrsein“ oder „Ahnung“ beschreiben könnten, wenn wir diese Begriffe in ihrer offensten, „vorbegrifflichen“ Bedeutung verwenden.

Diese Erfahrung hat noch eine ganz andere Qualität, da sie noch keine scharfe Abtrennung unseres bewussten Ichs von der Gesamtwirklichkeit (was immer wir darunter verstehen) voraussetzt.

Die Poesie kann vielleicht als ein Versuch verstanden werden, diese primäre Erfahrung […] in eine begriffliche Sprache zu fassen, sie also mit Bildern zu beschreiben, die wir direkt unserer täglichen Anschauung entlehnen.“ (S. 99)

Und weiter: „Die poetische Sprache versucht, das Licht, das in uns von innen kommt, in verschiedene Regionen zu spiegeln, die uns begrifflich zugänglich sind. Das Eigentliche, was dahintersteht, kann prinzipiell nicht ausgedrückt werden.“ (S. 100)

Ferner: „Naturwissenschaftliche Betrachtung versucht einen Zusammenbau, die poetische Beschreibung eine Zusammenschau der Wirklichkeit.“ (S. 105)

Schließlich: „Es ist dringend notwendig, dass wir wieder Unschärfe praktizieren, um besser Gestalten zu erkennen und Zusammenhänge zu sehen.

Wir brauchen heute dringend Kunst und Poesie, um das Gemeinsame unseres Seins aufleuchten zu lassen, um der wechselnden Bedingtheit der verschieden erscheinenden Teile unserer Wirklichkeit und ihrer wechselseitigen Relevanz gewahr zu werden, und schließlich und nicht zuletzt: um den tieferen Sinn in unserem eigenen Leben zu entdecken.“ (S. 105)

Lieber Hans-Peter Dürr, danke, ich fühle mich in meinem dichterischen Anliegen verstanden. In meinem letzten hoffentlich noch lange währenden Lebens-Drittel stehe ich jenseits der Zwänge, in Institutionen und aus Tätigkeiten mit wissenschaftlichem Anspruch mein Geld verdienen zu müssen.

Mir wird die Gnade zuteil, in aller Muße nach entwicklungs-angemessenen, also befreienden, lösenden und weitenden, Sprach-Formen Ausschau zu halten.

Ich erlaube mir, Erkenntnisse in der Form festzuhalten und bei Interesse weiter zu geben, in der ich mich nicht abermals von mir entfremden muss.

Ich wünsche mir, Gedichte erlauschend und schreibend meinem Wesen, Herzen und Sein, meiner noch verbleibenden Lebens-Aufgabe im Kontext der Menschheit und Mitwelt, meiner Bestimmung und Seele oder wahrem Selbst näher zu kommen.

Ich bin trotz meiner geistigen Interessen ein körperbetonter Mensch, habe viel Sport betrieben, singe, musiziere und tanze gern.

Es mag sein, dass ich deshalb auf die Idee kam, meinen Erfahrungen zur Erkundung von Liebe und Seele diese Form zu geben. Eigentlich meint nämlich Ballade ein Tanz-Lied.

In der deutschen Literatur vom späten 18. Jahrhundert an versteht man unter „Ballade“ ein erzählendes Gedicht mit unbegrenzter Strophen-Zahl, das auch aktuelle Themen aufgreift, wobei es keine Thematik gibt, die spezifisch „balladisch" ist.

Zu dichten ist für mich so, als wenn ich meinem Inneren einen Spiegel vorhalte, um mich in der Tiefe wahrnehmen zu können, um zu erkennen, wer ich wirklich bin und wozu ich hier bin.

Ich hoffe, dass Ihnen bei der Lektüre einiges zu Sinn und Grund Ihrer Existenz als liebesfähiger und liebenswürdiger Mensch und zu unserer Existenz als liebesfähige Menschheit auf dieser noch an vielen Stellen wunderschönen Erde klarer wird.

Rückmeldungen von Menschen, die zu mir zur Entwicklungs-Begleitung (Coaching, Psychotherapie) kamen und denen ich einige der Gedichte gleichsam als Protokolle zu ihren Sitzungen schrieb, von Freunden und Bekannten, die etliche Gedichte von mir vorgetragen oder zu lesen bekamen, vor allem von meiner Frau ermutigten mich zu diesem Schritt, mit den Gedichten an die Öffentlichkeit zu gehen.

Ihnen allen sei herzlich gedankt – vor allem für die konstruktiven kritischen Anmerkungen, die mich ermunterten, alle Gedichte mehrmals zu überarbeiten, zu ergänzen oder prägnanter zu fassen.

 

Poetische Unterstützung für ein lebendiges und erfüllendes Leben

Ich hoffe, ich kann Sie mit meinen Gedichten dabei unterstützen, ihren Weg in Richtung auf ein lebendiges und erfüllendes Leben zu finden.

Ich weiß nicht, was für Sie ein gelingendes Leben ausmacht.

Deshalb kann ich vorerst nur mit Ihnen teilen, was lebendig, kraftvoll, sinngebend und erfüllend zu leben für mich derzeit bedeutet:

  • Ich nehme meine Herkunft, mein So-und-nicht-anders-Gewordensein - einschließlich des Leibes, der Bedürfnisse, Gedanken, Gefühle und vor allem der Neurosen - liebevoll an.
  • Ich erlaube mir, mit all den zum Echtheits-Streben gehörenden Wandlungs-Ängsten meine Träume, meine Liebes-Gefühle, meine Sehnsüchte zu leben und damit zu dem zu werden, der ich in meinen Wunsch-Träumen bin und als der ich gedacht bin, wenn ich auf das höre, was meine Sinne und mein Herz wahrhaft begeistert.
  • Ich gestalte mit anderen Menschen liebevolle Beziehungen als verbindliche, über uns als einzelne Personen hinaus weisende Entwicklungs-Gemeinschaft auf Wechselseitigkeit.
  • Ich lade in den Bund einer liebevollen, vertrauens- und respektvollen, gleichberechtigten und tragfähigen Partnerschaft meine Kinder, Enkel-Kinder, Freunde und alle derzeitigen und künftigen Seelen-Verwandten ein.
  • Ich begleite bei mir Rat und Unterstützung suchende Menschen liebevoll auf ihrem Weg in Eigenständigkeit und Bindungs-Fähigkeit, auf ihrem Weg zu sich selbst als zu ihrem Herzen.
  • Ich erhalte und bereite Familie, Freunden, Rat-Suchenden und der gesamten Menschheit, zu der ich mich zugehörig fühle, durch soziale, politische und kulturelle Aktivitäten eine lebenswerte und liebesbereite Mitwelt.
  • Ich nehme es mir nicht krumm, wenn ich diesen Ansprüchen nicht voll genüge, und suche nach Wegen, bei nächster Gelegenheit mehr von diesen Ansprüchen zu verwirklichen.

Lyrik und Weisheits-Lehren

Lyrik in epischer Form ist eine der ältesten Ausdrucks-Formen für anfangs oft über Jahrhunderte hinweg mündlich überlieferte Weisheits-Lehren. Die Weitergabe von Weisheit der Menschen wurde durch die Lied-Form – durch Vers-Maß und Reim – erleichtert.

Unser Gehirn kann diese Form der Sprache weitaus besser behalten. In dieser Denk-Richtung bestärkte mich das Buch von Raoul Schrott und Arthur Jacobs: „Gehirn und Gedicht – Wie wir unsere Wirklichkeiten konstruieren“ aus dem Jahr 2011, nachdem ich schon Hunderte Gedichte zu mir bedeutsam erscheinende Lebens-Themen verfasst hatte.

Integrative und transpersonale Psychologie und Psychotherapie – um die Richtung grob zu bezeichnen, in die ich mich Entwicklung unterstützend orientiere – bezieht die „ewige Psychologie“ der östlichen und westlichen Weisheits-Lehren ebenso in ihren Erkenntnis-Horizont ein wie aktuelle neurobiologische und neuropsychoimmunologische Forschungs-Ergebnisse sowie Erkenntnisse aus der Neuen Physik.

Spiritualität und Psychologie sowie Geistes- und Natur-Wissenschaft finden dabei zu einer neuen Einheit.

Spiritualität wird von mir verstanden als individuell zu verantwortendes Suchen und Finden von Sinn, Seele und Göttlichem in uns und in der kosmischen Mitwelt. Dieses Such-Finden mit Hilfe des Leit-Sterns der Liebe erlebe ich sowohl als einen Prozess des aktiven Im-Außen-Eingreifens als auch des stillen Nach-Innen-Lauschens.

Auf eine mir nicht erklärliche Weise setzte sich eine epische, balladenartige Lyrik mit relativ strenger Reim- und Vers-Maß-Struktur in mir immer mehr als Hauptausdrucks-Form durch. Ungereimtes ohne Vers-Maß zu formulieren, reizte mich kaum noch, seitdem ich aus dem aktiven Berufs-Leben ausgestiegen bin.

Mich uralter literarischer Ausdrucks-Formen mit Reim und Vers-Maß bedienend, offenbart sich in mir fast durchgehend das tiefe Erleben, an eine Quelle der Weisheit angeschlossen zu sein, die sich mir mit meinen sonstigen sprachlichen Ausdrucks-Möglichkeiten so nicht erschließt.

Als ich an den hier vorliegenden Gedichten arbeitete, war mir des Öfteren so, als reimte nicht ich, sondern es – was immer dieses Es sei – reimte in mir und durch mich. Ein merkwürdiges Gefühl eines fragilen, nicht allein willentlich herstellbaren Verbundenheit mit einer Bewusstseins-Ebene, die C. G. Jung wahrscheinlich als das kollektive Unbewusste oder für mich treffender Über-Bewusstsein bezeichnete, erfasste mich des Öfteren, wenn ich Themen in diese Text-Struktur goss oder sich in heran wehenden Reim-Fetzen Themen – vor allem gegen vier Uhr morgens – andeuteten, die auf sprachliche Gestaltung drängten, sobald ich dies Drängen zuließ.

 

Psychosophie - Weisheit der Seele

Weisheit ist für mich weit mehr als Logos, also gedankliches Nachvollziehen und abstrakt-begriffliches Durchdringen. Psycho-„Logie“ als rationale Erkundung der intra- und interpsychischen Abläufe greift zu kurz, wenn es um den Kontakt zur Seele geht.

Logos allein kann die Tiefe der Seele nicht ergründen, kann einem transpersonalen, also auch spirituell orientierten Entwicklungs-Begleit-Vorgehen, sei es als Beratung, Coaching oder Psychotherapie, keinen tragfähigen Grund geben.

Ein Entwicklungs-Begleit-Vorgehen, das zum Ziel hat,

  • Sinn und Seele ins Alltags-Handeln zu integrieren,
  • spirituelle und emotionale Intelligenz wieder zu beleben und
  • alltagstaugliche Klugheit des Herzens zu fördern,

braucht Sofia, die Weisheit als Führerin.

Weisheit als gelebte Lebens-Erfahrung auf der Basis von Herzens-Klugheit mag entstehen durch unsere Such- und vor allem Finde-Bereitschaft zur Integration von Verstehen, Körper-Empfinden, Bedürfen, Fühlen, Wollen, Träumen und Handeln.

Weisheit entwickelt sich vor dem Hintergrund einer kontemplativen und tätigen Auseinandersetzung mit dem, was uns die Weisheits-Lehren der Menschheit als Hinweise zum Weg zur Liebe, zum Einheits-Bewusst­sein oder zum Göttlichen bereitstellen.

Psychosophie in der von uns gemeinten Bedeutung beschreibt den geistigen und leiblichen Prozess der (Wieder-) Annäherung an unseren Kern, an unser Wesen, an unsere Seele.

 

Begleitung zur Entwicklung der Weisen oder des Weisen in uns

Ich habe erfahren, dass Philosophie als Anfreunden mit Weisheits-Lehren der Welt einschließlich dem Befreunden mit der uns innewohnenden eigenen Weisheit durch Einbeziehung unserer Seele, Psyche oder unseres oft so genannten „Höheren Selbst“ in den meisten Entwicklungs-Begleit-Konzepten wie Pädagogik, Coaching oder Psychotherapie zu kurz kommt.

Es wird in gängiger Begleit-Kultur zu wenig geredet, experimentiert, erlebt und erkundet zu Fragen

  • der Existenz-Bedingungen (Ausnahme ist hier Yalom),
  • der Herkunft im Kontext der Geschichte,
  • der herrschenden Wirtschafts- und Politik-Ordnung,
  • der Evolution und der Menschheit sowie
  • der Sinn- und Wert-Konstruktion.

Existenz-Bedingungen umfassen unsere biologische Ausstattung einschließlich der Fragen von Genetik und Epigenetik, also des Einflusses der sozialen Mitwelt auf die Spezialisierung unserer Gene, unsere Gesundheit und Krankheit, Geburt und Tod sowie die global-ökologischen Rahmen-Bedingungen.

Existenz-Bedingungen umfassen zudem unsere geistigen Möglichkeiten als Ausstattung mit besonderen Potenzialen und Begabungen, Interessen und Intelligenz-Kombinationen und deren Förderung im Anregungs-Milieu der Familie, des sozialen Umfeldes, der Bildungs-Institutionen und der Gesellschaft vor dem Hintergrund einer spezifischen kulturellen Gesamtprägung.

Herkunft ist hier nicht nur gemeint als Stamm-Baum-Forschung und systemische Betrachtung der Abstammung, z. B. als Familien-Aufstellung, sondern auch

  • als ursprüngliche Verortung in der Ahnen-Reihe von Männern und Frauen,
  • als Verständnis der Bewusstsein prägenden Wirkung unseres sozio-kulturellen Kontextes im Zusammenhang mit unserer Sozial- und Kultur-Geschichte sowie
  • als leib- und gefühlsgegründetes Einbeziehen der Menschheits-, Arten- und Natur-Entwicklung, also der Evolution insgesamt.

Sinn- und Wert-Konstruktion ist nicht nur zu verstehen als Wert-Auswahl aus dem Fundus bestehender Wert-Konzepte, sondern auch als Sinn- und Wert-Schaffung durch eine aktiv-eigenverantwortliche Beschäftigung mit Fragen von existenzieller Bedeutung wie Erfüllung und Bestimmung sowie mit Einsamkeit, Zwang und Befreiung, Freiheit und Geborgenheit, Begeisterung und Verbindlichkeit, Geburt und Sterben, Glück und Freude, Seele und Liebe.

Zu all diesen Themen finden Sie meist mehrere Gedichte in dieser Sammlung.

 

Emotion, Weisheit und Poesie

Werden philosophische, existenzielle Frage-Stellungen dennoch in den Entwicklungs-Begleit-Prozess einbezogen, so entsteht oft die Situation, dass der Dialog von Rat-Suchenden und Begleitenden zu abstrakt gerät oder zur monologischen Belehrung verkommt, also nicht eine gemeinsame, Gefühle, Leib-Regungen und Gedanken gleichermaßen einbeziehende Suche nach erweiterter Erkenntnis und Entwicklung ist.

Seitdem ich das Konzept von Entwicklungs-Begleitung mit Poesie entwickelte, experimentiere ich erfolgreich mit einer Kombination von Elementen aus Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Poesie.

Die Themen-Auswahl der Gedichte ist durch existentielle Frage-Stellungen geprägt, die häufig in der Entwicklungs-Begleitung und in der Psychotherapie angesprochen werden.

Die Gefahr der Entemotionalisierung von Lebens-Themen durch Intellektualisieren und Abstraktion wird verringert mit einer „verdichteten" Sprache und Formen-Variationen in Reim – oder auch ungereimt - und mit oder ohne Vers-Maß.

 

Lyrik als Chance zum Denk-Fühlen

Wenn ich an Liebe denke und dies mit einer Form verbinde, führt mich mein Gefühl zum Gedicht. Mysteriöses und Mystisches, was der Liebe anhaftet, lässt sich von mir anscheinend besser in liedhaften Sprach-formen ausdrücken.

Mich haben Balladen und epische Gedichte schon als Kind fasziniert.

Ich konnte mich in den versförmig gemalten Seelen-Bildern der Füße im Feuer, des Herrn von Ribbeck, des Erlkönigs oder der Bürgschaft, aber auch der Odyssee verlieren und mich an Reim, Wort-Wahl, Wort-Stellung und Vers-Maß immer wieder erfreuen.

Später in der Phase des gesellschafts-politischen Erwachens einer ganzen Mittelschichts-Generation begeisterten mich gesellschaftskritische Songs und Balladen von Hannes Wader, Wolf Biermann und Konstantin Wecker.

Das Besondere an Balladen, den Tanz-Reimen: Sie sind meist schon auf der Oberflächen-Sprach-Ebene gut zu verstehen, wobei sich eine Tiefen-Ebene der Aussagen erst bei mehrmaliger Lektüre erschließt.

Mir stellt sich Lyrik als Chance dar, tiefer und damit näher als mit Prosa in die Sphäre des Vorsprachlichen, des letztendlich Unsagbaren einzutauchen.

Gedichte mit der Chance zu Gedanken-Sprüngen, kühnen Verbindungen, seitlichen Assoziationen, Metaphern und Analogien sowie zum Sprengen oder Auflösen des Satz-Baus und zu sprachlichen Unschärfen spiegeln in meinem Erleben mehr von der realen Pracht, Vielfalt und Unberechenbarkeit des Lebens und der überraschenden Momente der Liebe wider, als es Erzählungen oder Sach-Texte vermögen.

Paradoxes, Widersprüchliches lässt sich für mich klarer in poetischer als in sachlicher Prosa-Sprache ausdrücken.

Mit diesen „weicheren“ Sprach-Formen erschloss sich mir eine neue Dimension sprachgebundenen Denkens.

Mein zweites Lebens-Drittel in der Arbeits-Welt war überwiegend bestimmt von der Verwendung einer versachlichenden, verobjektivierenden Sprache.

Derartiger Sprach-Gebrauch nährte in mir die Illusion gezielter Einflussnahme auf Wesentliches im Leben und trug zugleich dazu bei, dass ich mich im Meinungs- und Positions-Kampf um die „rechte Lehre“ in Pädagogik und Psychologie sowie Beratung als Psychotherapie oder Coaching verhärtete und zum Teil auch leibseelisch verschliss.

Mit den Gedichten finde ich leichter Zugang zur Welt des unsystematischen, chaotischen, unfertigen, nur geahnten, ungeklärten, unklärbaren, paradoxen, wilden und letztlich unaussprechlichen wahren Seins hinter dem Schein des Hierseins.

 

Liebe, Lyrik und Persönlichkeits-Entwicklung

Wir Menschen sind Beziehungs-Wesen. Wir leben in Beziehungen und durch Beziehungen.

Als Beziehungs-Wesen leben wir untrennbar verbunden in einer Mitwelt, die bestimmt ist durch

  • globale, nationale und regionale Zivilisations- und Kultur-Einflüsse,
  • wirtschaftliche Prozesse, die unter der Vorherrschaft der Profit-Erzielung und des damit gekoppelten Wachstums-Zwanges tief und destruktiv in das zerbrechliche sozio-kulturelle System der Menschheit und das bio-ökologische System der Erde eingreifen und
  • enkulturierende und sozialisierende Institutionen, die uns Handeln in bestimmten materiellen und normierenden Grenzen ermöglichen oder durch zu eng oder falsche gezogene Grenzen verunmöglichen.

 

Spiel-Arten der Liebe

Was Menschen existenziell seelisch miteinander und mit der Mitwelt verbindet, ist Liebe: Liebe zu sich selbst, zum Partner und zur Partnerin, zu Menschen einschließlich der Familien-, Freundschafts-, Nächsten-, Feindes- und Menschheits-Liebe und zur gesamten natürlichen Mitwelt, Tiere, Pflanzen, metaphorisch die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Essenz – was immer dieses fünfte eher geistige Element auch noch an Überraschendem für uns enthält - sowie konkret, wenn auch unfassbar den gesamten Kosmos umfassend.

Ein Entwicklung-Begleit- oder Psychotherapie-Konzept, das diese wechselseitigen Zusammenhänge in ihrem Menschen- und Welt-Bild berücksichtigt, wird – nicht nur von mir – als integrativ oder integral bezeichnet. Diese Auffassung von Menschen- und Welt-Bild stelle ich auch in Gedicht-Form dar, in Gedichten, die meist prosaische Lyrik oder lyrische Prosa sind.

Es erscheint mir auch noch nach zehn Jahren intensiver Reim-Arbeit als ein gewagtes Unterfangen, komplexe Theorie in Reim- und Metrik-Strukturen zu fügen. Aber, wer nicht wagt… Dabei möchte ich gar nicht gewinnen, sondern Ihnen mit meinen Gedichten einen anderen Zugang, einen weiteren Weg zum Verständnis von Mensch-Sein anbieten.

 

Liebe und Lyrik

Liebe und Lyrik, der Reim-Gesang zur Lyra, haben es nie leicht miteinander gehabt.

Lyrik wurde allzu oft zur Verkitschung und Verseichtung der Liebe missbraucht. Die Schlager-Kultur der letzten hundert Jahre tat das Ihrige, um die Beziehung zwischen Liebe und Lyrik gründlich zu zerrütten. Dabei kann von den Formen der Sprache eigentlich nur die Lyrik eine Annäherung an das Mysterium der Liebe als Antrieb, Tatsache und Ausdruck der inneren Verbindung von allem und allen gewährleisten. Vor allem die Lyrik verfügt mit Hilfe von visuellen Strukturen und Wort-Bildern, über Rhythmisierung und Reim, durch Freiheit und Variations-Breite des Satz-Baus über die Mittel, die Vielfalt der Erscheinungs-Formen der Liebe zu erfassen und ihr Wesen hinter dem Sprachlichen erahnen zu lassen.

In Lyrik kann sich nach meiner Erfahrung die Heil-Kraft der Sprache, die heilsame Wirkung von Worten am üppigsten entfalten.

Fragt man mich, was mir über die sechs Jahrzehnte meines Lebens zum Kern-Thema geworden ist, antworte ich inzwischen ohne Angst, mitleidig belächelt zu werden: die Liebe und – dies als richtungsweisende Ergänzung – die Suche nach meiner Bestimmung, meiner Seele oder meinem wahren Selbst.

Je länger ich mich mit dem Thema Liebe befasse und je mehr ich davon begreife oder auch nur erahne, desto handfester und zugleich mysteriöser erscheint mir dieses für mich zentrale Daseins-Phänomen.

Liebe ist für mich weit mehr als ein Gefühl des innigen Verbundenheit zu wenigen ausgewählten Menschen.

Sie ist für mich inzwischen zu einer Ahnung steter Verbundenheit mit der Menschheit, der Gaia und allen ihren Wesen und dem kosmischen Evolutions-Prozess erwachsen.

Je mehr Liebe mir zur Ahnung wurde, je umfassender mein In-Liebe-Sein wurde, desto weniger half mir Prosa-Sprache, mich zu orientieren und auszudrücken.

Reim und Metrik als sprachliche Ausdrucks-Mittel halfen mir bei der Annäherung an das Phänomen und Mysterium Liebe.

Mit sprachsensibler und liebevoller Unterstützung durch meine Frau machte ich mich daran, Erfahrungen als Kind, Jugendlicher, Mann, Vater, Geliebter, als Sozial-Wissenschaftler und Lehrender sowie als Einzel-, Paar- und Team-Coach nach Liebes-Themen zu durchforsten.

Ich fragte mich und andere – auch aus der psychotherapeutischen Literatur -, welche Bedeutung Liebes-Bereitschaft und Liebes-Fähigkeit für die Entfaltung eines gelingenden und erfüllten Lebens hat, wie sich Liebes-Fähigkeit entwickelt und wie und wodurch sie behindert wird oder gefördert werden kann.

Der Weg zur Liebes-Fähigkeit über Achtsamkeit im Alltag, über das Herz zur Seele und zurück in den Alltag stellt sich mir als die bislang komplexeste Lebens-Herausforderung dar, die mich mehr und mehr den Sinn meines Lebens und meinen Auftrag in diesem Dasein erahnen lässt.