Entwicklungs-Begleitung von Paaren und Familien, Gruppen und Lebensgemeinschaften

  1. Im ersten Teil auf dieser Seite teile ich Ihnen meine Grundsätze zur Entwicklungs-Begleitung von Paaren, Familien und Gruppen mit.
  2. In einem zweitenTeil biete ich Ihnen illustrierte Download-Texte und einen Download-Gedichtband zur Begleitung von Paaren, Familien und Gruppen an.
  3. Der dritte Teil bietet Ihnen einen Download-Gedicht-Band zu Zwölf Geburten auf dem Lebensrad zu einem Leben in Liebe

1. Grundsätze zur Entwicklungs-Begleitung von Paaren, Familien und Gruppen

Unter dieser Überschrift erfahren Sie etwas über

  • Voraussetzungen für Potenzial-Entfaltung,
  • Partnerschaft als Entwicklungs-Gemeinschaft,
  • Herausforderungen und Potenziale in Partnerschaft und Familien,
  • ein konstruktives Sozial-Klima und
  • Schritte vom Paar zur Familie

Voraussetzungen für Potenzial-Entfaltung

Voraussetzung für Potenzial-Entfaltung bei Einzelpersonen, aber auch bei Paaren, in Familien, Gruppen und Gemeinschaften ist eine von allen mit verantwortete dynamische Balance zwischen

  • Gemeinsamkeit (Konformität, Miteinander, Absprache, Zusammenhalt, Geborgenheit, Zugehörigkeit, soziale Nähe) und
  • Unterschiedlichkeit (Diversität, Selbstständigkeit, Eigensinn, Besonderheit, Freiheit, Autonomie, Individualität, Originalität, soziale Distanz). 

Bisweilen verhindern herrschende Normen, wozu auch sich formende Paar-, Familien- und Gruppen-Normen zählen, dass sich die Beteiligten in ihrer kreativen und konstruktiven Unterschiedlichkeit entfalten können.

Dann bilden sich meist Herrschafts-, Gewalt- und Tabu-Strukturen heraus, die eine Weiterentwicklung und gleichberechtigte Beziehung und eine Integration aller in die Familie,die Gruppe oder die Gemeinschaft erschweren bis verunmöglichen.

  • Bei zu viel Gemeinschaftlichkeit, zu viel Konformität implodiert ein Paar, eine Familie oder Gruppe, eine Gemeinschaft und Gesellschaft.
  • Bei zu viel Unterschiedlichkeit, zu viel Individualität und Eigeninteresse explodiert eine Partnerschaft, Familie oder Gruppe, Gemeinschaft und Gesellschaft.

Diese Implosions- und Explosions-Prozesse können geräuschlos und schleichend erfolgen.

Partnerschaft als Entwicklungs-Gemeinschaft

Wir Menschen sind Beziehungs-Wesen.
Die Art des Selbst-Bezuges wie die Art, wie wir mit anderen Menschen umgehen, leiten wir größtenteils mehr oder weniger bewusst aus unseren Beziehungs-Erfahrungen ab - vor allem aus denen in der Kindheit mit den Eltern. Geschwistern und anderen nahen Kontakt-Personen (Primär-Gruppe).

Wenn wir uns ändern wollen, weil wir unsere Einstellungen und Verhaltens-Weisen als gegenüber uns selbst oder anderen unangemessen und einengend erleben, ist es sinnvoll, sowohl einen Blick nach hinten zu werfen, woher unsere derzeitigen Haltungen und Handlungen kommen, als auch einen Blick nach vorn, wohin wir uns entwickeln wollen, welche Werte und damit korrespondierende Verhaltens-Weisen wir also stattdessen in unserem Leben verwirklichen wollen.

 

Wenn zwei Menschen in einer Partnerschaft zusammenkommen, stoßen real zwei Erfahrungs-Welten und Beziehungs-Systeme aufeinander.
Es heiraten nicht nur zwei Menschen, sondern auch zwei Herkunfts-Familien.

Die meisten Probleme in Partnerschaften erwachsen aus verletzenden und/oder einengenden Erfahrungen (Gebote, Verbote, Bestrafungen, Verletzungen, Demütigungen) aus diesen Herkunfts-Beziehungs-Systemen.

 

Damit wird die gemeinsame Gestaltung einer gelingenden, weil lebendigen, freiwilligen, gleichberechtigten, Entwicklung ermöglichenden Partnerschaft zur wohl komplexesten Herausforderung im Leben.

 

Die "Ent-Deckung" - im sinnbildlichen Sinne des Wortes als Freilegung -  und die Pflege eines tragfähigen Wirs, in dem das Ich und das Du aufgehen, zugleich aber vollständig und unverletzt bleiben und weiterhin wachsen dürfen, ist die vornehmste Aufgabe in Partnerschaften.
Und zwar geht es um ein Wir, das Erfahrungen von Übersummativität ermöglicht, derzufolge das Ganze mehr wird als die Summe seiner Teile.
Mit diesem Wir wird eine Partnerschaft zur Entwicklungs-Gemeinschaft.

Herausforderungen und Potenziale in Partnerschaft und Familien

Auf Menschen, die sich für Zusammenleben oder dauerhafte Kooperation entschieden haben oder in Strukturen des Miteinander hineingeraten sind, kommen über kurz oder lang vielfältige Herausforderungen zu:

  • Unterschiedliche Vorerfahrungen mit erlebten und gelebten Beziehungen treffen aufeinander.
  • Es begegnen sich nicht nur Einzel-Menschen, sondern Herkunfts-Systeme im Kontext von Geschichte, Politik, Wirtschaft und Kultur.
  • Wert-Vorstellungen, Lebens-Entwürfe und Lebens-Erfahrungen müssen aufeinander abgestimmt werden.
  • Missverständnisse, Krisen und Konflikte sind zu klären und möglichst konstruktiv zu bewältigen.

Das Potenzial einer Partnerschaft und Familie zeigt sich dann, wenn die Beteiligten nach interner und externer Einschätzung qualitativ Besseres zustande bringen als die Einzelpersonen in Summe: „Das hätte keiner von uns allein so gut - so schön, so neu, so plausibel, so komplex, so stimmig, so liebevoll, so umsichtig - hinbekommen.“

Das Entwicklung-Potenzial ist also aktiviert, wenn das Phänomen der Übersummativität erlebt werden kann, wenn also das Paar oder die Familie mehr Umsicht, Kreativität, Möglichkeits-Räume, Wirksamkeit und Kontinuität entfaltet als jeder und jede einzelne für sich allein.

 

Zur Potenzial-Entfaltung sollten die Partner und Familien-Mitglieder nicht nur ein stabiles Wir-Gefühl entwickeln können.

Es sollte darüber hinaus beim Paar und in der Familie zugleich eine bunte und damit Kreativität fördernde Vielfalt an Einstellungen, Interessen und Ideen gelebt werden können

Ein konstruktives Sozial-Klima

Ein Sozial-Klima, eine Familien-, Gruppen-, Gemeinschafts- und Organisations-Kultur, in der sich kreative Potenziale entfalten können, wird geschaffen durch:

  • Zulassen von Vielfalt und Öffnung zur Individualität statt
    Abstempelung zu Außenseitern und deren Ausgrenzung
  • Integration, Inklusion und wechselseitige Unterstützung statt
    Mobbing, Ausgrenzung, Ausschluss, Cliquen- und Eliten-Bildung,
  • Selbstkritische Innenschau und Eigenverantwortlichkeit statt
    Suche nach Schuldigen und Sünden-Böcken im Außen,
  • klärende Rückmeldungen und Bemühen um Echtheit und Verständlichkeit statt
    forcierter Missverständnisse durch Ironie, Zuspitzungen, Polemik, Zynismus und Sarkasmus,
  • Partnerschaftlichkeit als respektvolles Nebeneinander
    statt Rang-Kämpfen und starren Hierarchien u. v. a. m. 

Menschen können dafür sensibilisiert werden, Ungleichgewichte in der dynamischen Balance von Gemeinsamkeit und Unterschied zu erkennen.

Fast alle Menschen können qualifiziert werden, diese Ungleichgewichte durch gezielte Interventionen (Rückmeldungen, Befindlichkeits-Runden, Einführung von Vereinbarungen und Gesprächs-Ritualen, Interaktions-Verlangsamung usw.) mit ausgleichen zu helfen. 

 

Bedeutsam für den Lern- und Arbeits-Erfolg in Teams und verbunden mit den Werten der Gleichberechtigung und Partnerschaftlichkeit, der Hierarchie- und Gewalt-Freiheit ist die Suche nach angemessenen Kommunikations-Formen.

Schritte vom Paar zur Familie

Die Erweiterung des Beziehungs-Repertoires um Vater- und Mutter-Funktionen kann zu Verwerfungen in der Beziehung, aber auch zu Spannungen in den Herkunfts-Familien führen:

  • Zusammensein und Zusammenleben erfährt eine neue Verbindlichkeit und Intensität, die auch von Nähe-Ängsten überschattet wird.
  • Ansprüche aus Partnerschaft können in Konflikt zu den Ansprüchen aus dem neuen Vater-Mutter-Kind-Dreieck geraten.
    Dieses neue Beziehungs-Dreieck mit dem ihm innewohnenden Konflikt-Potenzial gilt es konstruktiv zu managen.
  • Zugleich werden aus den Eltern Großeltern mit neuen Ansprüchen, Kontakt-Erfahrungen und Aufgaben gegenüber der jungen Familie und den Enkel-Kindern.

Die mit dem Übergang vom Paar zur Familie vermachten Probleme, Konflikte, Ängste und Wünsche kann ich mit Ihnen thematisieren und bearbeiten, so dass Sie diese Schwierigkeiten meist mit entsprechender Sorgfalt und erforderlicher Geduld in konstruktive Beziehungs-Erfahrungen verwandeln können.

 

Als Pädagoge habe ich mich insbesondere mit Früherziehung befasst und bin zur Erkenntnis gekommen, dass Befähigung zum Bindungs-Aufbau, also zum einfühlenden Kontakt-Aufnehmen und zum feinfühligen Sich-Beziehen auf die Babys/Kleinkinder, Grundlage für gelingende Elternschaft und damit für Entwicklungs-Chancen der Kinder ist.

Ich bearbeite, kläre und löse mit Ihnen als Eltern kooperativ Fragen wie:

  • Sind wir als Eltern gut genug?
  • Sind unsere Kinder bei uns sicher gebunden?
  • Was können wir tun, was sollten wir unterlassen, um die psychosoziale und physische Entwicklung unseres Kindes/unserer Kinder zu unterstützen?
  • Wie gelingt uns die Balance zwischen Zutrauen in die Autonomie-Kompetenz des Kindes und deren rechtzeitige Unterstützung bei emotionaler, sozialer, motorischer und intellektueller Überforderung?
  • Können wir unsere Kinder angemessen begleiten, indem wir ihnen Anregungen und Raum zum Erforschen, Unterstützung in schwierigen Situationen, Trost beim Scheitern und Wärme und Geborgenheit im Anschluss an die Forschungs-Reise geben können?
  • Gelingt uns eine entwicklungsförderliche Mischung aus folgen (pacing) und führen (leading)?

2. Illustrierte Download-Texte und Gedichte zur Begleitung von Paaren, Familien und Gruppen

Ich stelle Ihnen in dem folgenden Download-Texten mehrere Ansätze der Paar- und Sexualberatung vor:

  • In der relationalen Psychoanalyse, von ihr als Beziehungs-Analyse bezeichnet, entdeckte Thea Bauriedl die Bedeutung der Grenz-Ziehungen zur Herstellung von Selbst- und Fremd-Kontakten „neu“ und ergänzte bzw. verfeinerte dadurch einige gestalttherapeutischen Erkenntnisse.
    Ihr Ansatz ist interessant für Paare, die zur Konfluenz, zu Verschmelzung als Selbst- oder Fremd-Anpassung an den Partner oder die Partnerin neigen.

  • David Schnarch stellt den Interaktions-Aspekt der Paare, die Partnerschafts-Ökologie in den Mittelpunkt seiner Betrachtung.

  • Jack Lee Rosenberg und andere stellen den Körper und die Aufarbeitung der individuellen Sexualgeschichte ins Zentrum.
  • In der Tradition von Wilhelm Reich steht bei Alexander Lowen die Liebes-Fähigkeit einschließlich einer erfüllenden Sexualität im Mittelpunkt seiner körperpsychotherapeutischen Arbeit. Körperlich konkret und zugleich metaphorisch geht es Lowen in der Bioenergetik um ein Denken, Fühlen und Handeln vom Herzen aus.

Es gibt vielfältige Ansätze, Team-Fähigkeit zu fördern.
Den meines Erachtens komplexesten Ansatz zur Team-Förderung findet man in Ruth Cohns Konzept der Themenzentrierten Interaktion (TZI).

 

Download
Konzepte zur Entwicklungs-Begleitung von Paaren, Familien und Gruppen
o Beziehungs-Strukturen und Beziehungs-Qualitäten
o Paar- und Familien-Begleitung
o Klärungsorientierte Paar-Therapie
o Kooperation in Gruppen
o Konzepte der Gruppen-Dynamik
o Themenzentrierte Interaktion
4-1_Konzepte _zur_Entwicklungs-Begleitun
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Download
Liebes-Fähigkeit
o Liebe
o Selbst-Wert-Gefühl als Grundlage der Selbst-Liebe
o Selbst-Erkenntnis als Grundlage der Selbst-Liebe
o Selbst-Umgang
o Werte-Klärung als zentraler Aspekt der Selbst-Erkundung
o Selbst-Beziehung: Stand und Wünsche
4-2_Liebes-Fähigkeit.pdf
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Download
Partnerschaftlichkeit
o Paar-Qualitäten von A bis Z
o Partnerschaft
o Konstruktives sozial-kommunikatives Handeln
4-3_Partnerschaftlichkeit.pdf
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Download
Erkundung von Beziehungs-Erfahrungen und Entwicklungs-Möglichkeiten
Abenteuer Leben
I: Beziehungs-Erfahrungen aus Herkunfts-Familien und -Kulturen
II: Prä-, peri- und postnatale Beziehungs-Erfahrungen
III: Beziehungs-, Autonomie- und Bindungs-Erfahrungen aus der Kindheit
IV: Beziehungs-Erfahrungen aus Jugend und Adoleszenz
V: Beziehungs-Erfahrungen und Beziehungs-Gestaltung als Erwachsene
VI: Beziehungen zur Entwicklungs-Begleitung: Erfahrungen und Erwartungen
4-4_Erkundung_von_Beziehungs-Erfahrungen
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Download
Sexualität und Partnerschaft
o Sexualität und integrative Körper-Psychotherapie
o Erlangung von Liebes-Fähigkeit durch Befreiung des Leibes
o Ganzheitliche Sexualität und Innenerleben
o Intimität und Verlangen
4-5_Sexualität_und_Partnerschaft.pdf
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Download
Helmut von Bialy: Solidarisch und frei in der Partnerschaft leben - Gedichte
Teil 1: Selbst-Liebe als Grundlage für Paar-Liebe
Teil 2: Heilsame Beziehungs-Erkundung
Teil 3: Sozial-Entwicklungs-Ziele
Teil 4: Paar-Liebe
Teil 5: Erotik, Sexualität und Liebe
Teil 6: Bindungs-Erfahrungen und Beziehungs-Fähigkeit
Teil 7: Bezugs-Personen und Beziehungs-Fähigkeit
Teil 8: Achtsamkeit für innere Eltern und Kinder
Teil 9: Kindheits-Frustrationen und Neubeelterung
Teil 10: Was Partnerschaftlichkeit zerstört
Teil 11: Binden oder trennen
Teil 12: Fragen zur Entwicklungs-Begleitung von Paaren
09_Gemeinschaft1.pdf
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3. Zwölf Geburten zum Leben in Liebe

Dieser Themen-Bereich wendet sich an Menschen, die Interesse an einer weitgehend bewussten und selbstbestimmten Lebens-Gestaltung und Potenzial-Entfaltung haben. Dies bedeutet unter anderem, ihre durchlebten Lebens-Krisen zu akzeptieren sowie ihre künftig wahrscheinlichen Entwicklungs-Krisen in ihren Lebens-Entwurf kreativ einzubeziehen. Sie können sich mit Hilfe verdichteter Texte zu Lebens-Krisen von der Zeugung bis zum Sterben selbst erkunden und sich von den Gedichten durch schwierige Episoden hindurch thematisch begleiten lassen. Aufbauend auf der Geburts-Metapher werden zwölf Umbruch- und Durchbruch-Stationen im Leben zur Grundlage genommen, um krisenbehaftete Schlüssel-Situationen der Lebens-Spanne in Innenwelt- und Mitwelt-Balladen abzubilden.

 

Die Idee: Krisen-Vorbeugung durch Krisen-Wissen

Wie kommt jemand – in diesem Fall ich - auf die Idee, zwölf Geburten zum gelingenden Leben in Vers-Maß und Reim-Form zu beschreiben?

Ich war mit meiner ersten Frau etwa 20 Jahre zusammen. Unsere beiden Töchter waren sechs und ein Jahr alt. Unsere Beziehung war in einer tiefen Krise, obwohl wir uns sehr liebten.

Zum Glück fiel uns das Buch von Bernard Lievegoed: „Lebenskrisen – Lebenschancen - Die Entwicklung des Menschen zwischen Kindheit und Alter“ (Kösel, München 1979) in die Hände. In ihm beschrieb Lievegoed, dass in manchen langjährigen Beziehungen, die sehr liebevoll und stabil sind, tiefe Herkunfts-Schatten aus dem kollektiven Unbewussten nach oben steigen können, die dann auf den Partner oder die Partnerin projiziert werden.

Aus dem „Obwohl wir uns liebten“ konnte ein „Weil wir uns liebten“ werden.

Diese nur scheinbar minimale Neudeutung (Reframing) der Krisen-Situation rettete damals unsere Beziehung, die wir fast zwei Jahrzehnte trotz aller Schatten-Anfechtungen aus recht unterschiedlicher und schwieriger Herkunft so liebevoll, wie wir damals sein konnten, weiter führten.Heute erst verstehe ich, dass ich damals – anfangs noch unbewusst - die Weichen für diese Arbeit gestellt habe. Ab 2007 war in mir der Entschluss gereift, eine auf den Erfahrungen einer humanistisch-integrativen, systemisch-integralen und transpersonalen Psychotherapie und einer entsprechenden Entwicklungs-Begleitung aufbauende Psychologie der Entwicklung für die gesamte Lebens-Spanne - also für alle Lebens-Phasen - zu verfassen.Die Texte in diesem Bereich der „Geburten zum Leben in Liebe“ möchte ich Ihnen auf dieser Website zur Verfügung stellen.

 

Entwicklungs-Psychologie als Anregung zur Potenzial-Entfaltung

Eine Psychologie oder besser Psychosophie, also Weisheits-Lehre zur seelischen Entwicklung, wie ich sie verstehe, enthält eine Aufforderung zur Prävention im Sinne einer rechtzeitigen Auseinandersetzung mit Entwicklungs-Krisen und Wachstums-Chancen hin zum gelingenden, erfüllenden Mensch-Sein. Dies schließt ein gemeinschaftliches Bemühen um Verwirklichung einer humanen und ökologischen Welt-Ethik und einen entsprechenden Zusammenleben ein.

Entwicklungs-Psychologie wird von mir nicht verstanden als Beschreibung verallgemeinerbarer Standard-Entwicklung und daraus abgeleiteter Entwicklungs-Standards durchschnittlicher, also sogenannt normaler Menschen in einer für mich immer noch eigentümlichen bis skurrilen und absurden Gesellschafts-, Wirtschafts- und Welt-Ordnung.

In einer überwiegend neurotisierten Welt – und so schätze ich den gegenwärtigen Gesellschafts-Zustand meist ein - ist Normales angstbestimmt.

Eine psychosophische Entwicklungs-Psychologie in meinem Verständnis ist Anregung zur aktiven, selbstbestimmten und wirksamen Potenzial-Entfaltung.

 

Entwicklungs-Krisen und Wachstums-Chancen

Die Metapher der zwölf Geburten beschreibt zwölf ausgewählte Entwicklungs-Krisen – Krise dabei verstanden als unausweichliche Entscheidungs-Situation mit Gefahren und neuen Optionen. Dabei liegt bei mir der Akzent auf den mit jeder Krise sich neu entfaltenden Entwicklungs-Optionen, wenngleich Krisen auch immer ein Risiko des Scheiterns in sich tragen und zumeist mit der Notwendigkeit von Verabschiedung verknüpft sind.

Geburten als Entwicklungs-, Umbruch- und Transformations-Metaphern beschreiben Abschiede und Wachstums-Chancen, die unser Leben von der Zeugung bis zum Tod – und vielleicht sogar darüber hinaus – begleiten. Entwicklungs-Krisen sind meist keine Ufos vom Mars, die unerwartet und unberechenbar über unser Leben herein brechen und es bedrohen. Auf Standard-Krisen-Situationen wie Geburt und Tod können sich Frau und Mann sich – zumindest zu einem großen Teil – leibseelisch vorbereiten. Vorbereitung ist hier nicht gemeint als Planung, sondern im Sinne des Wortes als ein Sich-zuvor-bereit-Machen. So kann man sich auf das Sterben und den Tod vorbereiten durch Sterbe-Bereitschaft, wobei mit Sterbe-Bereitschaft, mit der Geburt Nummer zwölf, nicht ein resignatives Sich-drein-Finden in unser unumgängliches Ende, sondern eine aktive Einbeziehung der unausweichlichen Tatsache der materiellen Vergänglichkeit und des leiblichen Todes in das Leben gemeint ist – aber lesen Sie selbst.

Wir sind unserem Leben nicht nur ausgeliefert, sondern können es auch mitgestalten. Wir können unter anderem darauf achten,

  • Gefahren, die mit jedem Schritt in neue psycho-soziale Herausforderungen verbunden sind, zu minimieren und Chancen zu nutzen,
  • die mit jeder neuen bio-psycho-sozio-kulturellen Geburt verbundenen Entscheidungen achtsam zu treffen, 
uns  beispielsweise rechtzeitig und vollständig aus dem Eltern-Haus zu lösen und „auf Wanderschaft zu gehen“, um den ersten Schritt ins Erwachsen-Werden zu vollenden – Geburt Nummer sechs zu Selbst-Verantwortung und Selbstständigkeit einschließlich der Verantwortungs-Übernahme für die Schatten-Seiten des Daseins.
Lebens-Krisen entstehen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Generations-Sprüngen, 
  • wenn also durch die Geburt eines Kindes Partner zu Eltern und Eltern zu Großeltern werden oder
  • wenn durch schwere Krankheit, Demenz oder Tod der Großeltern die ehemaligen Kinder, inzwischen oft selbst Eltern, in die Fürsorge-Situation geraten, in der früher ihre Eltern, jetzt oft Großeltern, waren. 

Diese Generations-Sprünge mit den aus ihnen heraus entstehenden Aufgaben als Aufgreifen neuer Sozial-Funktionen und notwendigen Abgaben als Loslassen bisheriger Sozial-Funktionen ermöglichen und erfordern einen teils radikalen Wandel in der Lebens-Perspektive.

Für diesen Wandel der Sicht-Weise auf das Dasein benutze ich die Metapher der bio-psycho-kulto-sozialen Geburt.

 

Zwölf Geburten auf dem Lebens-Rad

Zwölf Geburten habe ich auf einem „Lebensrad“ angeordnet, um zu zeigen, wie sich die Geburten gegenseitig durchdringen und beeinflussen. Besonders markant ist der Zusammenhang von erster und zwölfter Geburt: Weisheit und Sterbe-Bereitschaft führen nicht in Todes-Angst und Resignation angesichts der Erfahrung von Vergänglichkeit, sondern hin zu mehr Lebens-Bejahung und Daseins-Bereitschaft, wenn die zwölfte Geburt geglückt ist. Die Vollendung der ersten Geburt kann sogar als Indikator dafür genommen werden, ob die zwölfte Geburt gelungen ist.Ein anderes Beispiel zum „Lebens-Rad“:

Das Erwachen eines existenzgrundlegenden Ich-Bewusstseins (Geburt 3) geht der Entfaltung eines Wir-Bewusstseins (Geburt 5) zwar erst einmal voraus, aber es besteht durchaus eine Wechsel-Wirkung in die andere Richtung, dass ein aufkommendes Wir-Bewusstsein auch unser Ich-Bewusstsein verändert.

 

Für mich ist das Geboren-Sein, was die Tatsache der Endlichkeit und des Todes einschließt, für ein Gelingen des Lebens bestimmend. Mit jeder neuen „Geburt“ entsteht eine besondere Weise, Bewusstsein zu verkörpern und Herausforderungen zu meistern.

Bei seiner leiblichen Geburt ist niemand allein. Diese in meinem Verständnis zweite Geburt kann ein schöpferisches Beziehungs-Geschehen sein, das zwei, drei oder mehr Menschen auf ihre besondere Art zugleich erleben.

Ich wünsche, auch Sterben kann wieder zu so einem Beziehungs-Geschehen werden.

 

Die zwölf Geburten zum gelingenden und erfüllten Leben stellen eine Art Checkliste dar, anhand derer Sie überprüfen können, ob, was in Ihnen geboren sein könnte – manche Geburten sind ein wenig altersabhängig -, auch schon vollständig geboren ist und welcher Geburts-Prozess noch in welchen Teil-Bereichen ansteht.

 

Bio-öko-psycho-kulto-soziale Geburten

Vollständige Geburts-Prozesse sind immer integral, d. h. sie berühren und wandeln zugleich die Lebens-Dimensionen des Biologischen, des Ökologischen, des Psychischen, des Kulturellen und Sozialen einschließlich seiner politischen und wirtschaftlichen Dimension.

Diese Teil-Geburten verbinden sich durch die Vielfalt ihrer Wechsel-Wirkungen zu einer dynamischen Einheits-Erfahrung.

Biologische Geburt:

Prozesse des leiblichen Entstehens und Vergehens begleiten uns über unser gesamtes Leben.

Wir erleben bewusst die Phasen unseres biologischen Wandels durch Veränderung der Hormon-Struktur, der Immun-Abwehr und anderer subtiler biologischer Prozesse (Geschlechts-Reife, Mutter- und Vaterschaft, Menopause, Krankheits- und Alterungs-Prozesse).

Wir würdigen die Weisheit unseres Leibes, die Zuverlässigkeit der zumeist unbewussten Regulations-Prozesse im Körper, unseren permanenten Austausch mit der Mitwelt und unsere untrennbare Verbundenheit mit ihr.

Wir akzeptieren die Endlichkeit unseres leiblichen Hierseins.

Ökologische Geburt:

Schon unser Gezeugt-Werden beinhaltet, in eine Mitwelt hinein gezeugt zu werden, auch wenn die Mitwelt des Menschen in Entstehung erst einmal als die Gebär-Mutter und der Mutter-Leib erscheint.

Aber auch die Mutter ist als biologisches Wesen eingebettet in die ökologischen Bedingungen für Atmen und Ernähren, von Wärme und Kälte, von Trockenheit und Trinkwasser-Reichtum.

Wir schützen die Menschheit und Mitwelt als Teil der Eigenwelt.

Wir erfahren die Einbettung des Organismus Erde in den Evolutions-Prozess des Kosmos.

Psychische Geburt:

In unserem Denken, Fühlen und Entscheiden werden neue Möglichkeiten freigelegt.

Wir erleben uns bewusster, selbstbestimmter und verantwortlicher in diesen inneren Prozessen.

Wir erkennen und akzeptieren unsere Entwicklungs-Chancen und Grenzen.

Wir können klarer darüber Auskunft geben, wer wir sind und wozu wir da sind.

Wir unterscheiden deutlicher zwischen Wissen, Vermuten und Ahnen.

Wir beziehen unsere Intuition ein und entwickeln diese weiter.

Wir erkennen den Bereich des Unbewussten in uns an und nehmen Kontakt zu unseren noch im Vorbewussten schlummernden Begrenzungen und Potenzialen auf.

Kulturelle Geburt:

Wir achten uns als geistige Wesen.

Wir erleben uns als Traditions- und Gestaltungs-Wesen im Kontext der uns umgebenden Kulturen.

Wir erkennen die Bedeutung der Herkunfts-Milieus, der Subkulturen, der Sprach-Sozialisation, der gesellschaftlichen Übereinkünfte und der Bildungs-Angebote für unsere Persönlichkeits-Entwicklung.

Wir befreien uns von den Fesseln einer uns beengenden Kultur, verstehen und verhalten uns als aktiv Mitgestaltende im globalen kulturellen Kontext.

Wir erkennen und bestimmen den Stellenwert und Zusammenhang von Alltags-Bewältigung, Wissenschaft und Spiritualität.

Soziale Geburt:

Wir erleben uns im Kontext der uns einschließenden und umgebenden sozialen Institutionen.

Wir übernehmen Funktionen in definierten und von uns zu definierenden und auszugestaltenden Feldern der sozialen Interaktion.

Wir begreifen die Bedeutung der durch demokratische Übereinkünfte oder durch Willen zur Macht-Erhaltung geschaffen politischen Institutionen mit ihren offiziellen und heimlichen Regeln und zielführenden wie zielverfehlenden Abläufen.

Wir bestimmen die Bedeutung von Aufbau- und Ablauf-Organisationen – räumlich und gesetzlich – für die Verwirklichung unserer Lebens-Entwürfe.

Wechsel-Wirkungen:

Wir entwickeln zunehmend Verständnis für die Wechsel-Wirkungen dieser fünf Geburts-Bereiche in unserem individuellen Entwicklungs-Gang, Entwicklungs-Prozess anderer Personen, von Gemeinschaften, Gemeinden, Nationen bis hin zur Menschheit. 

Download
Helmut von Bialy: Zwölf Geburten zu einem Leben in Liebe - Gedichte
o Zwölf Geburten im Überblick
o Erste Geburt: Lebens-Bejahung und Krisen-Mut
o Zweite Geburt: Atem-Kontakt, Bindung, Vertrauen
o Dritte Geburt: Ich-Bewusstsein, Typen, Individualität
o Vierte Geburt: Geschlechts-Bewusstsein, Normalität, Neurosen
o Fünfte Geburt: Wir-Bewusstsein, Kommunikation, Gruppen
o Sechste Geburt: Autonomie, Werte, Würde
o Siebte Geburt: Selbst-Liebe und Lebens-Freude
o Achte Geburt: Beziehungs-Fähigkeit und Partnerschaft
o Neunte Geburt: Elternschaft, Familie, Gemeinschaft
o Zehnte Geburt: Lebens-Mitte, Kreativität, Zukunfts-Fähigkeit
o Elfte Geburt: Seelen-Bewusstsein, Transpersonalität und Spiritualität
o Zwölfte Geburt: Alter, Weisheit, Sterbe-Bereitschaft
07_12Geburten.pdf
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